„Tagespost“ erreicht nächstes Etappenziel

Ein Jahr nach dem Beginn der Sanierungsmaßnahmen zieht die Verlagsgeschäftsführung eine positive Bilanz. Der Weg war der richtige.

Mit frischem Layout ging es ab Januar 2018 aufwärts. Foto: IN
Mit frischem Layout ging es ab Januar 2018 aufwärts. Foto: IN

Im November vergangenen Jahres stand „Die Tagespost“ fast vor dem Aus. Während sie 2007 noch über 12 000 Abonnenten zählte, waren davon im vergangenen Jahr gerade noch 8 497 übrig geblieben. Größtenteils aus Altersgründen betrug der weitere Verlust seitdem nochmals 1 500 Leser. Theoretisch wäre der Leserstamm zum heutigen Zeitpunkt weniger als auf 6 800 Abonnenten geschrumpft. Der Verlagsbetrieb hätte aus wirtschaftlichen Gründen bereits Ende des vergangenen Jahres eingestellt werden müssen. Die Geschichte der „Tagespost“ wäre wenige Monate vor ihrem 70-jährigen Jubiläum beendet gewesen.

Tatsächlich zählt „Die Tagespost“ mit Stand vom 22.11.2018 nicht 7 000, sondern insgesamt 9 968 Abonnenten. Das für 2018 im Sanierungsplan vorgesehene Auflagenziel von 10 000 Abonnenten wird voraussichtlich sogar übertroffen. Langjährige Abonnenten und neue Leser bestätigen in Zuschriften und persönlichen Gesprächen, wie die „Tagespost“ für sie jetzt zu einem katholischen Begleiter durch die ganze Woche geworden ist. Das hängt auch damit zusammen, dass die Redaktion immer stärker die Bereiche Bildung und Familie in den Blick genommen hat und mit klarem, katholischem Profil für ihre Leser aufbereitet. Die Umstellung von der zweitäglichen Erscheinungsweise auf das Format der Wochenzeitung und die thematische Erweiterung hat sich damit als goldrichtig erwiesen.

Gleichzeitig hat „Die Tagespost“ in nur zwölf Monaten eine Onlineredaktion aufgebaut, die immer stärker tagesaktuell berichtet und die Internetseite www.die-tagespost.de auf diesem Weg mittelfristig zur führenden katholischen Nachrichtenplattform ausbauen will. Bereits jetzt zählt die Internetseite der „Tagespost“ im Netz stetig steigende Zugriffe und Nutzerzahlen. Immer öfter tauchen die Meldungen der „Tagespost“ nun in den Google-News auf und erreichen auf diesem Weg neue Leser, die gezielt auf der Suche nach katholischen Nachrichten sind.

Der seit zehn Jahren andauernde Niedergang der größten katholischen Wochenzeitung im deutschen Sprachraum ist damit vorläufig gestoppt. Der mit ruhiger Hand umgesetzte Wechsel zur Wochenzeitung lief reibungslos. Fachexperten wie Norbert Küpper, Chef des „European Newspaper Award“ spricht von einer „gelungenen Neugestaltung“. Die im Vorjahr geplanten und seitdem umgesetzten Maßnahmen zur Gewinnung neuer Leser haben gegriffen. Durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit wurde „Die Tagespost“ bis weit in den säkularen Mainstream hinein zum Gesprächsthema.

In einer Welle der Sympathie mobilisierten Abonnenten der „Tagespost“ darüber hinaus neue Leser im Bekannten- und Freundeskreis. Ihre Bereitschaft, auf die gewohnte Optik und Erscheinungsweise der alten „Tagespost“ zu verzichten, um der Zeitung eine Zukunft zu ermöglichen, war überwältigend. Mehr noch: Sogar viele ehemalige Leser begrüßten die neue Entwicklung der „Tagespost“ und bestellten begeistert neue Abos. „So ein großes Wohlwollen erfahren zu dürfen, macht uns sehr dankbar und glücklich“, freut sich „Tagespost“-Chefredakteur Oliver Maksan. Ermöglicht wurde diese Erfolgsbilanz durch den gemeinsamen Einsatz der „Tagespost“-Mitarbeiter und durch die überragende Unterstützungsbereitschaft der Leser dieser Zeitung, die sich im vergangenen Jahr an einer einzigartigen Rettungsaktion beteiligten und so die dringend notwendigen Investitionen in Redaktion, Zeitung und Verlag ermöglichten. Als Dank wurde das diesjährige 70. Verlagsjubiläum als großes Förderertreffen in Würzburg gefeiert, zu dem alle eingeladen waren, die sich an der Rettungsaktion beteiligt hatten. Neben zahlreichen Grußbotschaften unterstrich auch Papst Franziskus in einer persönlichen Nachricht die Bedeutung der Tagespost für das katholische Leben in Deutschland und richtete seine herzlichen Segenswünsche an alle Beteiligten. Das Förderertreffen stellte dabei nicht etwa den Abschluss der Sanierungsmaßnahmen dar, sondern bildete vielmehr den Startschuss, um die nunmehr gerettete „Tagespost“ in der deutschsprachigen Medienlandschaft als Sprachrohr und Plattform des katholischen Lebens unüberhörbar zu machen. Als nächstes hat „Die Tagespost“ dazukommende Lesergenerationen in den Blick genommen. Das sind Jugendliche und junge Erwachsene, die mit Herz und Verstand katholisch sind, aber aufgrund eines anderen Mediennutzungsverhaltens „Die Tagespost“ bislang noch nicht kennengelernt haben. Maksan präsentierte dazu vor über 200 anwesenden Förderern das Projekt „Zukunft des katholischen Journalismus“ vor, das die Johann Wilhelm Naumann Stiftung in Kooperation mit der „Tagespost“ durchführen wird. „Stellen Sie sich vor, es gäbe ein Medium, das durch und durch katholisch ist, das den inhaltlichen Interessen der nächsten Generation entspricht und das darüber hinaus nahezu perfekt zu ihrem Mediennutzungsverhalten passt, kurz: ein katholisches Medium, das den katholischen Nachwuchs erreicht“, stellte Maksan das greifbare Ziel des Forschungsprojektes vor, mit dem katholischer Journalismus zukunftsfähig gemacht werden soll. „Die Tagespost“ will den Weg genau dorthin finden: In einer bislang nicht dagewesenen repräsentativen Studie wollen Stiftung, Verlag und Chefredaktion gemeinsam mit insgesamt 500 Studienteilnehmern die Erwartungen der Generation der unter Dreißig-Jährigen an katholischen Journalismus erarbeiten.

Inwieweit die daraus resultierenden Ergebnisse in der „Tagespost“ selbst oder nur durch ein ergänzendes Medium umgesetzt werden können, werden ebenfalls die Studienergebnisse zu Tage fördern. Der Weg dahin erfordert erneute Investitionen. Um die wichtige Studie als solche sowie Jugendlichen und jungen Erwachsenen die Teilnahme daran zu ermöglichen, müssen pro Kopf Kosten von maximal 563 Euro je Teilnehmer finanziert werden – ein überschaubarer Betrag, um das zu erreichen, was mehr als überfällig ist: jungen Katholiken ein verlässliches, katholisches Informationsmedium an die Hand zu geben. „Wer dieses Anliegen teilt“, so Maksan, „ist eingeladen, Stiftung und Verlag bei der Finanzierung zu unterstützen.“ Weitere Informationen zum Projekt „Zukunft des katholischen Journalismus“ stehen schon bald zur Verfügung und werden an alle Förderer verschickt. Das Informationsmaterial kann auch direkt beim Verlag angefordert werden.