Verkündigung heute: „Wir müssen die Mission lernen“

70. Jubiläumsfeier der „Tagespost“: Experten sprechen über die Verkündigung im 21. Jahrhundert. Von Stefan Meetschen

Podiumsdiskussion beim "Tagespost"-Jubiläum
Unter dem Titel „Klartext, Konsens, Zeitgeistfalle – Verkündigung im 21. Jahrhundert“ wurde diskutiert, wie die katholische Kirche aus ihrer aktuellen Krise herauskommen könnte. Foto: Die Tagespost

Hohe Austrittszahlen, interne Streitereien zwischen „Progressiven“ und „Konservativen“, ein Missbrauchsskandal, der die Grenzen sprengt – um das Image und den Zustand der Kirche steht es zurzeit nicht besonders gut. Weder in den Medien noch in der Realität. Für „Die Tagespost“ ein Anlass, bei der 70. Geburtstagsfeierim Rahmen eines Experten-Podiums nach Ursachen und Gründen für die Negativentwicklung zu forschen. Denn: so feierlich man ein solches Jubiläum zwischen Wein, Weihrauch und Gesang auch begehen mag, für eine Zeitung, die dem Herz Jesu geweiht wurde, steht die Gesundheit der Kirche an erster Stelle.

Christliche Werte in moderner Gesellschaft durchaus beliebt

Unter dem Titel „Klartext, Konsens, Zeitgeistfalle – Verkündigung im 21. Jahrhundert“ diskutierte Chefredakteur und Verlagsgeschäftsführer Oliver Maksan in der Würzburger Festung Marienberg mit dem ehemaligen Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen, den bekannten katholischen Publizistinnen Birgit Kelle und Gabriele Kuby, dem österreichischen Missio-Direktor und Zisterzienser-Starmönch Karl Wallner sowie idea-Chefredakteur Matthias Pankau darüber, wie man aus der Krise herauskommen könnte. Immerhin sind christliche Werte in der modernen Gesellschaft durchaus beliebt und auch andere Errungenschaften der christliche Kultur, wie etwa die Toleranz, erfreuen sich anhaltend breiter Popularität. Warum also sinkt das Interesse an der Kirche, ihre Ausstrahlungskraft im deutschsprachigen Raum trotzdem steil und stetig?

Bischof Algermissen: "Gewaltiger Apparat" ist das Problem

Der „gewaltige Apparat“ sei das Problem, ist Bischof Algermissen überzeugt. Vor lauter kirchlicher Einrichtungen und einer quantitativ enorm hohen Zahl kirchlich Beschäftigter sei die Präsenz „missionarischer Menschen“ in der Kirche verloren gegangen. „Wir müssen die Mission lernen“, so der 75-Jährige. Denn: Es gehe um Geist nicht nur um Geld. Doch bei aller Krisenerfahrung dürfe man auch nicht vergessen, dass die Kirche nicht „unser Machwerk“ sei. „Herr, was hast Du mit dieser Kirche vor?“ Dieses fragende Gebet ist ihm abends in der Kapelle bei der Tagesbetrachtung als amtierender Bischof oft in den Sinn gekommen. Man spürt: So spricht jemand, der seinen Hirtendienst und den Glauben an Jesus Christus immer ernst genommen hat und mehr sein wollte als nur ein effizienter Krisenmanager.

Welche denkbaren Wege aus der Krise sehen die anderen Podiumsteilnehmer? – Lesen Sie den ganzen Bericht in der aktuellen Ausgabe vom 20. September. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT