Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Feuilleton

Manfred Lütz: „Tagespost“ wichtiges Medium in Deutschland

Beim Festakt anlässlich des 70-jährigen Bestehens der „Tagespost“ hält der Kölner Bestseller-Autor die Festrede. Darin hob er die Bedeutung der Zeitung hervor und nahm auch zu aktuellen kirchlichen Debatten Stellung.
Manfred Lütz hält Festrede bei "Tagespost"-Jubiläum
| Die "Tagespost" sei eine Zeitung, "die loyal, aber auch unabhängig ist, die mutig ist, aber keine Hofberichterstattung macht“, so Lütz in seiner Festrede.

Der Kölner Theologe und Bestseller-Autor Manfred Lütz sieht die „Tagespost“ als „ganz wichtige Publikation in Deutschland“. Das erklärte der Psychiater beim Festakt anlässlich des 70-jährigen Bestehens der Zeitung auf der Würzburger „Festung Marienberg“. Für die katholische Kirche sei die „Tagespost“ von großer Bedeutung, das sie eine ganz wichtige Position im Spektrum des Katholischen abbilde: „Sie ist eine Zeitung, die loyal, aber auch unabhängig ist, die mutig ist, aber keine Hofberichterstattung macht“, so Lütz in seiner Festrede.

Manfred Lütz: "Tagespost" loyal, aber auch unabhängig

Es sei wohl noch nie so schwierig gewesen wie derzeit, die Zeitung zu steuern, hob er hervor. Einerseits aufgrund der heiklen politischen Situation. Dennoch gelinge dies dem aktuellen Chefredakteur Oliver Maksan bestens: „Die Tagespost ist nicht der Gefahr erlegen, nach rechts abzudriften“, betonte Lütz, der selbst bekennender Leser ist.

Und auch die kirchenpolitische Lage mache es nicht leichter, den richtigen Kurs zu finden. „Zurzeit ist es nicht einfach, die papsttreuen Katholiken in Deutschland papsttreu zu halten“, so Lütz. Für den 64-Jährigen, der auch als Kabarettist auftritt, ist jedoch klar: „Papsttreu heißt papsttreu. Und der Papst heißt Papst Franziskus.“ Der Unterschied zwischen Papst Franziskus und dem emeritierten Papst Benedikt liege in der Mentalität: Franziskus habe „eine lateinamerikanische Mentalität, die manchen Europäer irritiert“, erklärte Lütz.

"Ertragen, dass es in wesentlichen Fragen unterschiedliche Auffassungen gibt"

Lütz griff in seiner Festrede auch den aktuellen Richtungsstreit zwischen konservativen und progressiven Katholiken auf. Er appellierte an die Gläubigen, aufeinander zuzugehen und sich mit gegenseitigem Respekt zu begegnen. „Man muss ertragen, dass es in wesentlichen Fragen unterschiedliche Auffassungen gibt“, so Lütz.

Die Rede des Buchautors war mit zahlreichen Anekdoten und Pointen versehen: So wies Lütz darauf hin, dass der Anteil der Kirchenbesucher seit 2000 Jahren stabil geblieben sei. Auch unter Jesus Christus hätte es nur acht Prozent Kirchenbesuch gegeben: „Johannes unter dem Kreuz, alle anderen waren weg.“

DT/mlu

Manfred Lütz hielt die Festrede beim Festakt zum 70-jährigen Bestehen der „Tagespost“. Wie diese vom Publikum aufgenommen wurde und welchen Rat der Psychiater seinen Glaubensgeschwister erteilte, um erfolgreicher in der Verkündigung zu wirken, lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 20. September.

Themen & Autoren
Die Tagespost Jesus Christus Katholikinnen und Katholiken Manfred Lütz Oliver Maksan Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Acht Mittwochskatechesen lang wirbt Leo XIV. dafür, im nachkonziliaren Gottesdienst die wahrhaft göttliche Liturgie zu entdecken. Aufschlussreich ist auch, was der Papst nicht sagt.
26.08.2026, 17 Uhr
Guido Horst
Welche Handlungsoptionen haben Papst Leo XIV. und die chinesischen Katholiken für den Glauben? Eine Analyse zur Lage der katholischen Christen in der Volksrepublik China.
17.09.2026, 17 Uhr
Katharina Wenzel-Teuber

Kirche

Die Schönstätter Marienschwestern feiern 100-jähriges Bestehen: Die Generaloberin Schwester Joanna M. Buckley erläutert die Ziele ihrer marianisch geprägten Pädagogik.
04.10.2026, 15 Uhr
Regina Einig
Erntedank: Warum wir nicht nur einmal im Jahr für volle Erntekörbe danken sollten, sondern täglich auch für das, was anders kommt als geplant.
04.10.2026, 08 Uhr
Dorothea Schmidt
Sie besucht einen Monat lang die Bistümer Augsburg, Freiburg und Limburg: Die Reliquienreise der heiligen Bernadette steht fest. Auf der Liste stehen 18 Klöster und Kirchen.
01.10.2026, 18 Uhr
Meldung
Wir können uns nicht immer zum Richter über alles aufschwingen. In einem freien Akt der Anerkennung von etwas Größerem wird das Gute für uns sichtbar.
04.10.2026, 19 Uhr
Engelbert Recktenwald