Medien: Unter dem Schutz großer Heiliger

Die Medien stehen unter dem Schutz gleich mehrerer bekannter Heiliger. Was macht sie zu geeigneten Patronen?

Die Medien stehen unter dem Schutz großer und bekannter Heiliger
Die Medien stehen unter dem Schutz großer Heiliger. Foto: Daniel Reinhardt/dpa. Foto: Daniel Reinhardt (dpa)

Die Katholische Kirche verehrt zahllose Heilige. Ihre Aufgabe: Vorbild zu sein für die Gläubigen, Leitbild für die Gemeinde. Dazu hat jede und jeder Heilige einen liturgischen „Spezialauftrag“, so dass sich Menschen in besonderen Situationen und mit bestimmten Eigenschaften an einen ganz besonderen Schutzpatron wenden können. Den Medien und denen, die darin tätig sind, stehen gleich mehrere Heilige zur Verfügung, die als Patrone Schutz und Fürsprache bieten, die aber auch mit ihrem heiligen Leben Vorbild sein wollen. Wie war das im nun ausklingenden Jahr 2018 – sind die Medien ihren Patronen gerecht geworden?

Internet/Online-Medien: Isidor von Sevilla

Bartolomé Esteban Murillo: Isidor von Sevilla.
Bartolomé Esteban Murillo: Isidor von Sevilla. Foto: Wikimedia, gemeinfrei.

Isidor von Sevilla gilt als Patron für das Internet. Der Grund: Er trug das Wissen seiner Zeit zusammen. Sein Hauptwerk ist das zwanzig Bände umfassende „Etymologiarum sive originum“, eine Art Reallexikon, in dem das Wissen des Frühen Mittelalters zusammengefasst ist. Als Handbuch für die Studenten des Mittelalters blieben die Etymologiae über Jahrhunderte hinweg ein wichtiges Nachschlagewerk.

Rundfunk: Maximilian Kolbe

Pater Maximilian Kolbe (1939)
Pater Maximilian Kolbe (1939). Foto: Wikimedia, gemeinfrei.

Der Franziskaner-Minorit Pater Maximilian Maria Kolbe gehört sicher zu den bekannteren Heiligen. Als Auschwitz-Opfer ist er auch außerhalb der Kirche geachtet und gilt mit seinem Mut und seinem ganz konkreten Einsatz für den Nächsten allen Menschen als vorbildlich. Maximilian Kolbe war Publizist. Er gründete ein katholisches Pressehaus (mit Radiostation) und war Herausgeber und Schriftleiter katholischer Zeitschriften.

Fotografie/Bild: Veronika

Hans Memling: Veronika mit dem Schweißtuch
Hans Memling: Veronika mit dem Schweißtuch. Foto: Wikimedia, gemeinfrei.

Veronika, das (katholisch so gedeutete) „wahre Bild“, reichte Jesus der Überlieferung nach das Schweißtuch, in dem sich das Antlitz des Herrn verewigte. Das Schweißtuch der Veronika ist eine der kostbarsten Reliquien der Kirche. Ob etwa das „Volto Santo“ von Manoppello das Tuch mit dem „wahren Bild“ Jesu ist, wie der Kunsthistoriker und Jesuitenpater Heinrich Pfeiffer meint, oder ob das Schweißtuch der Veronika sich noch im Petersdom befindet, ist umstritten. Ebenso wie die Wahrhaftigkeit mancher Bilder, die 2018 in den Medien erschienen.

Fernsehen: Klara von Assisi

Simone Martini: Fresko der heiligen Klara.
Simone Martini: Fresko der heiligen Klara. Foto: Wikimedia, gemeinfrei.

Klara von Assisi, die Weggefährtin des großen Heiligen Franziskus, die Gründerin des Ordens der Armen Schwestern von San Damiano (der Klarissen). Papst Pius XII. ernannte Klara 1958 wegen ihrer überlieferten Begabung, vom Krankenlager aus die in einem anderen Raum stattfindende Heilige Messe visuell mitzuerleben, zur Schutzpatronin des Fernsehens.

Was ein Bischof aus dem Frühen Mittelalter mit der Wikipedia zu tun hat und warum die erste „Fernseh-Liveübertragung“ der Geschichte zu Weihnachten 1252 stattfand, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 20. Dezember 2018. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

DT (jobo)