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Wenn der Schrecken zur Routine wird

Die Liste der Anschläge wird immer länger. Nun also München. Das wird den Wahlkampf bestimmen. Zumindest das ist sicher.
Gedenken nach mutmaßlichem Anschlag in München
Foto: IMAGO/Matthias Gränzdörfer (www.imago-images.de) | Blumen im Schnee, ernste Mienen: Gedenken nach dem mutmaßlichen Anschlag in München.

Vielleicht haben Sie gestern auch so eine Mitteilung bekommen? Bekannte schicken Ihnen via Facebook eine Nachricht, die sogenannte Crisis Response. Mitten aus München. Von dort, wo gestern wieder ein Anschlag stattfand. Und natürlich, es gibt noch den Schreckensmoment.

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Doch in Wirklichkeit ist es so: Die Liste mit den Anschlägen wird Woche um Woche, so muss man mittlerweile tatsächlich sagen, immer länger. Natürlich gibt es Statements. Aber die Menschen hören eigentlich nicht mehr zu, wenn ein Politiker spricht. Längst ist der Schrecken für sie zur Routine geworden. Lieber ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende, weiß der Volksmund. Und das könnte auch zur Devise der Wähler bei ihrer Entscheidung in einer Woche werden. Wie diese Wahl ausgeht, das wird nicht in Berlin entschieden. Das Ergebnis wird mit München, Aschaffenburg, Magdeburg und Solingen verbunden sein. Zumindest das ist sicher. 

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Sebastian Sasse

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