Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung München

Wahlen in Indien: Hilfswerk warnt vor Gewalt gegen Christen

Besonders Christen und Muslime werden immer wieder zur Zielscheibe von Angriffen, beklagt Wolfgan Huber, Präsident des katholischen Hilfswerks „missio München“. Bei den Parlamentswahlen kandidiert der Hindunationalist Modi für eine weitere Amtszeit.
Vor den Wahlen in Indien
Foto: Mahesh Kumar A. (AP) | Narendra Modi, Ministerpräsident von Indien, spricht bei einer Wahlkampfkundgebung der Bharatiya Janata Party (BJP). Die Parlamentswahl soll in sieben Phasen vom 11. April bis zum 19. Mai stattfinden.

In Indien haben gestern die Parlamentswahlen begonnen. Aus diesem Anlass warnt das internationale Katholische Missionswerk „missio München“ vor wachsender Unterdrückung der religiösen Minderheiten. „Besonders Christen und Muslime werden immer wieder zur Zielscheibe von Angriffen“, so missio-Präsident Wolfgang Huber in einer Mitteilung des Hilfswerks. Huber hatte das Land im Februar bereist.

Angriff auf katholische Schule Ende März

Dass Christen und religiöse Minderheiten in Indien immer wieder mit Gewalt rechnen müssen, zeigte sich erneut Ende März: Damals wurde eine katholische Schule der „Little Flower Society“ im Bundesstaat Tamil Nadu von etwa 200 radikalen Hindus gestürmt und verwüstet. Vier Ordensfrauen wurden verletzt, als die Angreifer versuchten, sie mit Rosenkränzen zu erwürgen.

„Mit ihrer nationalistischen Agenda schafft die Regierungspartei ein Klima des Hasses, das solche grausamen Taten ermöglicht. Dabei sollte die Führung eines Landes die Rechte von Minderheiten schützen“, betont missio-Präsident Huber.

Indische Bischofskonferenz positioniert sich nicht im Wahlkampf

Die indische Bischofskonferenz vermied es, sich im Vorfeld der Wahlen zugunsten einer bestimmten politischen Partei zu positionieren. In ihrem Hirtenbrief betonten die Bischöfe jedoch, dass trotz einiger wirtschaftlicher Erfolge die Bilanz der bisherigen Regierung eher durchwachsen ausfalle: „Die große Kluft zwischen den Reichen und den Armen scheint sich zu vergrößern. Viele Gelegenheitsarbeiter und Tagelöhner sind kaum in der Lage, von ihrem Einkommen zu leben. Bauern und Beschäftigte im Agrarsektor stehen unter großem Druck.“

Indien wird seit 2014 von der hindunationalistischen Partei BJP regiert. Premierminister Narendra Modibewirbt sich um eine zweite Amtszeit. Chancenreichster Herausforderer ist Rahul Gandhi von der Kongresspartei. Umfragen rechnen mit einem knappen Ausgang der Wahlen. Das Ergebnis wird erst Mitte Mai feststehen.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Maximilian Lutz Christen Deutsche Bischofskonferenz Katholische Schulen Muslime Religiöse Minderheiten Wolfgang Huber

Weitere Artikel

Der britische Sonderbeauftragte für Religions- und Glaubensfreiheit stellt einen strategischen Kurswechsel vor: London setzt künftig gezielt auf diplomatischen Druck in zehn Staaten.
22.07.2025, 08 Uhr
José García

Kirche

Beim Empfang für die auswärtigen Diplomaten bemängelt der Papst die Meinungsfreiheit im Westen und übt scharfe Kritik an der wachsenden „Kriegslust“.
14.01.2026, 11 Uhr
Giulio Nova
Prominente Redner, beeindruckende Musikacts und inspirierende Zeugnisse: Die MEHR-Konferenz 2026 überzeugt mit ihrer Vielseitigkeit. Ein Besuch bei den „hippen Missionaren“ in Augsburg.
13.01.2026, 16 Uhr
Marika Bals
Das neue Jahr beginnt mit dem päpstlichen Segen: Ein Blick hinter die Kulissen der Privataudienz der „Tagespost“ und des „Neuen Anfangs“ bei Papst Leo XIV.
13.01.2026, 15 Uhr
Franziska Harter
Abrechnung mit Franziskus: Der Hongkonger Kardinal Joseph Zen ließ bei dem Kardinalstreffen in Rom offenbar kein gutes Haar am Synodalen Prozess des verstorbenen Papstes.
13.01.2026, 10 Uhr
Meldung
Die Krippendarstellung in einer Stuttgarter Christmette habe „Irritation, Unverständnis und Ärger ausgelöst“ und werfe Fragen nach liturgischer Verantwortung auf.
13.01.2026, 09 Uhr
Meldung