Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung

Verbot für Verbrennen israelischer Flagge möglich

In Berlin wurden im vergangenen Dezember bei Demonstrationen israelische Flaggen verbrannt. Einer Expertise des Wissenschaftlichen Rates zufolge ist es verfassungsgemäß, das Verbrennen unter Strafe zu stellen.
Demonstranten verbrennen Fahne mit Davidstern in Berlin
Foto: - (Jüdisches Forum für Demokratie u) | Teilnehmer einer Demonstration verbrennen am 10.12.2017 eine selbstgemalte Fahne mit einem Davidstern in Berlin im Stadtteil Neukölln.

Nach einem Gutachten des Bundestag kann das Verbrennen von israelischen Flaggen unter Strafe gestellt werden. Einer Expertise des Wissenschaftlichen Dienstes zufolge ist dies verfassungsgemäß und mit dem geltenden Gleichheitsanspruch vereinbar. Aufgrund der besonderen geschichtlichen Verantwortung könne es geboten sein, diese Flagge besonders zu schützen. Nach geltender Rechtslage ist es derzeit nicht strafbar, wenn ein Demonstrant eine ihm gehörende Flagge verbrennt.

Nach der Anerkennung Jerusalems als Israels Hauptstadt durch US-Präsident Donald Trump im vergangenen Dezember war es zu Demonstrationen gekommen. Berichten zufolge wurden dabei in Berlin antisemitische Parolen skandiert und israelische Flaggen verbrannt.

Der rechtspolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Johannes Fechner, kündigte an, er werde in seiner Fraktion dafür werben, das Verbrennen der israelischen Flagge unter Strafe zu stellen. Die nationalsozialistischen Verbrechen schafften eine besondere deutsche Verantwortung für das Ansehen Israels und die Sicherheit jüdischer Mitbürger. „Beides darf nicht einmal symbolisch durch eine Flaggenverbrennung gefährdet werden“, sagte Fechner.

DT/KNA

Themen & Autoren
Deutscher Bundestag Donald Trump Johannes Fechner

Weitere Artikel

Donald Trump muss die „No Kings“-Proteste aussitzen, anstatt weiter Öl ins Feuer zu gießen. Mit plumpen KI-Videos setzt er seiner Amtszeit jedenfalls nicht die Krone auf.
21.10.2025, 14 Uhr
Maximilian Lutz

Kirche

In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser
Dass die katholische Kirche angesichts der Krise in Ceuta als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird, liegt vor allem an Erzbischof Rocha. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.
11.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Die Laienpredigt ist vom Vatikan nicht erlaubt. Wenn er davon erfahre, dass nicht geweihte Menschen predigten, werde er aber nicht disziplinarisch eingreifen, so der Mainzer Bischof.
11.08.2026, 06 Uhr
Meldung