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USA: Paul Ryan kandidiert nicht mehr als Sprecher des Repräsentantenhauses

Zum Ende seiner Amtszeit im Januar 2019 wird der Katholik Paul Ryan den Vorsitz des Repräsentantenhauses abgeben. Als Grund nannte er auch den Wunsch, mehr Zeit mit seiner Familie verbringen zu wollen.
Sprecher von US-Repräsentantenhaus Ryan
Foto: Jacquelyn Martin (AP) | Paul Ryan, Sprecher des US-Repräsentantenhauses, kommt zu einer Pressekonferenz um anzukündigen, dass er sich nicht zur Wiederwahl aufstellen lassen wird. Foto: Jacquelyn Martin/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ |

Der amtierende Sprecher des US-Repräsentantenhauses, Paul Ryan, wird im November nicht mehr zur Wiederwahl antreten. Das kündigte der Republikaner am Mittwoch an und bestätigte somit Gerüchte, die bereits seit Dezember 2017 kursieren. Seine Amtszeit endet im Januar 2019. Der praktizierende Katholik Ryan, der sein erstes Mandat als Kongressabgeordneter im Jahr 1998 erhielt, hatte das Amt des Sprechers des Repräsentantenhauses im Oktober 2015 von seinem Vorgänger John Boehner übernommen. Er verschafft sich für seine klaren konservativen Positionen, insbesondere in der Fiskalpolitik, einen Namen. 2012 kandidierte er an der Seite von Mitt Romney für das Amt des Vizepräsidenten.

Als Grund für seinen Rückzug nannte der 48-Jährige auch den Wunsch, mehr Zeit mit seinen drei Kindern verbringen zu können. Seine älteste Tocher ist 16 Jahre alt, seine beiden Söhne 13 und 15. „Was ich festgestellt habe ist, dass meine Kinder mich nur als Wochenend-Vater gekannt haben werden, wenn ich noch eine weitere Amtszeit bestreite“, so Ryan in der Rede, in der er seinen Rückzug ankündigte. Das könne er nicht zulassen.

US-Präsident Donald Trump würdigte Paul Ryan über den Kurzmitteilungsdienst Twitter als „wahrhaft guten Mann“, der „ein Vermächtnis von Erreichtem zurücklassen wird, das niemand bestreiten kann“. Im Laufe der zwei Jahrzehnte als Kongressabgeordneter sprach Ryan häufig über seinen katholischen Glauben. So trat er unter anderem beim diesjährigen „Marsch für das Leben“ in Washington, D.C. auf und setzte sich für Religionsfreiheit und den Lebensschutz ein.

DT/mlu

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