Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Mit kirchlicher Lehre argumentiert

US-Bischöfe kritisieren Demokraten für Abtreibungsplädoyer

Die 30 katholischen Kongressmitglieder der Demokraten hätten den Glauben „massiv verzerrt“, so die Bischöfe.
Nancy Pelosi, ehemalige Sprecherin des Repräsentantenhauses
Foto: IMAGO/Lenin Nolly (www.imago-images.de) | „Die fundamentalen Grundsätze unseres katholischen Glaubens – soziale Gerechtigkeit, Gewissens- und Religionsfreiheit – verpflichten uns dazu, das Recht einer Frau zu verteidigen, Zugang zu Abtreibung zu haben", ...

Knapp eine Woche nachdem 30 katholische Abgeordnete der Demokraten im Repräsentantenhaus in einem offenen Brief ein „Recht“ auf Abtreibung mit der kirchlichen Lehre zu begründen versuchten, haben die amerikanischen katholischen Bischöfe deren Argumentation in einer Stellungnahme deutlich zurückgewiesen.

Abtreibung nicht im Einklang mit Katechismus

In ihrem Brief hätten die katholischen Kongressmitglieder den Glauben „massiv verzerrt“, so die Bischöfe. „Es ist falsch und inkohärent zu behaupten, unschuldiges menschliches Leben in seinem verletzlichsten Stadium auszulöschen könne jemals im Einklang mit Werten wie der Unterstützung der Würde und des Wohlergehens Bedürftiger sein“, heißt es in der Stellungnahme, die drei Bischöfe gemeinsam veröffentlichten: der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Timothy Broglio, der Vorsitzende des Lebensschutzkomitees der Bischöfe, Michael Burbidge, sowie der Vorsitzende des Komitees für die Glaubenslehre, Bischof Daniel E. Flores.

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Die Bischöfe verweisen ihrerseits auch auf den Katechismus, in dem es heißt: „Das menschliche Leben ist vom Augenblick der Empfängnis an absolut zu achten und zu schützen.“ Abtreibung verstoße gegen dieses Prinzip hinsichtlich ungeborener Kinder und bringe zahllosen Frauen „unbeschreibliches Leid“.

Auch die 30 katholischen Politiker hatten den Katechismus zitiert, sich dabei jedoch auf eine Passage zum Gewissen beschränkt: „Die Person muss dem sicheren Urteil ihres Gewissens stets Folge leisten.“ Hierzu stellten die US-Bischöfe nun klar: „Zurecht kommt dem Gewissen sowohl in der kirchlichen Lehre wie auch im öffentlichen Raum eine besondere Bedeutung zu.“ Politische Entscheidungsträger sollten die Freiheit von Katholiken und anderen unterstützen, dem Gemeinwohl im Einklang mit ihren Glaubensvorstellungen in ganz unterschiedlichen Gebieten zu dienen – etwa in der Hilfe für Migranten, in der Gesundheitsversorgung oder mit anderen sozialen Tätigkeiten. 

Gewissen ist „keine Lizenz, Böses zu tun"

Das Gewissen sei jedoch „keine Lizenz, Böses zu tun und unschuldige Leben zu nehmen“, betonten die Bischöfe. „Das Gewissen kann keine Abtreibung oder die Unterstützung einer solchen rechtfertigen.“ Vielmehr müsse das Gewissen, wie es im Katechismus heißt, "geformt und das sittliche Urteil erhellt werden“. Zudem sei die Tatsache, dass ungeborene Kinder „unsere lebendigen Schwestern und Brüder sind“, keine Frage des Glaubens, sondern von Wissenschaft und Vernunft belegt.

In dem auf den 24. Juni datierten Brief, der unter anderen von der Abgeordneten aus Connecticut, Rosa DeLauro, und der langjährigen Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, unterzeichnet wurde, heißt es wörtlich: „Die fundamentalen Grundsätze unseres katholischen Glaubens – soziale Gerechtigkeit, Gewissens- und Religionsfreiheit – verpflichten uns dazu, das Recht einer Frau zu verteidigen, Zugang zu Abtreibung zu haben.“  DT/mlu

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