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Türkei: Ringen um Religionsfreiheit

Die türkischen Behörden verboten die orthodoxen Marienfeiern im Kloster Sumela, doch nach Protesten und Verhandlungen zeichnet sich eine Lösung ab.
Kloster Sumela
Foto: IMAGO/Resul Kaboglu (www.imago-images.de) | Türkische Behörden haben die Liturgie am 15. August im Kloster Somela verboten. Neue und weitere Restriktionen gegen religiöse Minderheiten werden befürchtet.

Um die traditionsreichen griechisch-orthodoxen Marienfeiern am 15. August in der Türkei spielt sich in diesen Tagen ein unwürdiges Ringen ab. Die türkischen Behörden verweigerten dem Ökumenischen Patriarchat von Konstantinopel zunächst die orthodoxe Marienandacht am 15. August im altehrwürdigen Kloster Sumela. Doch bereits im Jahr 2010 hatte die Türkei, die laut Verfassung ein laizistischer Staat ist, dem Patriarchat erlaubt, am 15. August eine Liturgie in Sumela, einem an der türkischen Schwarzmeerküste gelegenen Kloster aus dem 4. Jahrhundert, zu feiern – zum ersten Mal seit 1922. Darum sagte Patriarch Bartholomaios damals vor tausenden Gläubigen: „Nach 88 Jahren weint die Jungfrau Maria nicht mehr.“

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Umso erstaunlicher, dass die Behörden in diesem Jahr keine Feierlichkeiten genehmigen wollten. Beunruhigt durch das Verbot der Marienfeiern in Sumela zeigen sich nicht nur die griechisch-orthodoxen Gemeinschaften, sondern auch Organisationen, die sich für die Religionsfreiheit einsetzen. Das um 386 gegründete Sumela-Kloster in der Region Trapzon (Trapezunt) zählt zum griechisch-orthodoxen Kulturerbe und ist derzeit Kandidat der UNESCO für die Auszeichnung als Weltkulturerbe.

Mehr Restriktionen gegen religiöse Minderheiten befürchtet

Wie das Ökumenische Patriarchat mitteilte, wurde heuer zum ersten Mal seit der Wiedereröffnung des Klosters die Genehmigung für die Liturgie durch die türkischen Behörden verweigert. „Die Entscheidung der türkischen Regierung, dem Ökumenischen Patriarchat und den griechisch-orthodoxen Gläubigen den Zugang zu diesem geschichtsträchtigen Kloster zu verweigern, gibt Anlass zu großer Sorge“, heißt es in einer Stellungnahme der Hierarchen des Ökumenischen Patriarchats. Zwar wurde keine offizielle Begründung für das Verbot abgegeben, doch fürchten die Spitzen der griechischen Orthodoxie nun mehr Restriktionen gegen religiöse Minderheiten. „Das Ökumenische Patriarchat hatte sich mit zahlreichen Hindernissen auseinanderzusetzen, einschließlich der Beschränkungen bei Eigentumsrechten, Einschränkungen bei der Wahl seiner Funktionsträger und Schwierigkeiten in der Priesterausbildung.“

Die Verweigerung einer Genehmigung für die orthodoxen Marienfeiern am 15. August, an dem die Orthodoxie der Entschlafung Mariens gedenkt, wurde als Rückschlag für die Religionsfreiheit in der Türkei gedeutet. Diese Entscheidung der Behörden belaste die Beziehungen zwischen der griechisch-orthodoxen Gemeinschaft und der türkischen Regierung, hieß es. Am Dienstag zeichnete sich dann nach Verhandlungen ein Einlenken der türkischen Behörden ab: Eine schriftliche Genehmigung der türkischen Administration für Patriarch Bartholomaios, dem Gottesdienst am 15. August in Sumela vorzustehen, wird für die nächsten Tage erwartet.  DT/sba

 

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