Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Euthanasie

Slowenien legalisiert Suizid-Beihilfe

Schwerkranke dürfen sich künftig bei der Selbsttötung helfen lassen, psychisch Kranke jedoch nicht.
Sterbehilfe Slowenien
Foto: IMAGO (www.imago-images.de) | Gemäß dem neuen Gesetz besteht nun die legale Möglichkeit zum assistierten Suizid in Slowenien, falls alle Behandlungsmöglichkeiten des Patienten ausgeschöpft wurden und keine begründete Aussicht auf Genesung oder ...

Im EU-Mitgliedsland Slowenien können unheilbar kranke, schwer leidende Patienten ihr Leben künftig mit ärztlicher Begleitung beenden. Das Parlament in Ljubljana billigte am Donnerstag ein entsprechendes Gesetz mit den Stimmen von 50 der insgesamt 90 Abgeordneten. Zehn Abgeordnete stimmten dagegen, die übrigen waren abwesend oder enthielten sich der Stimme.

Lesen Sie auch:

46 Ja-Stimmen, also eine absolute Mehrheit der Sitze, waren für die Verabschiedung erforderlich. Sie kamen vorwiegend von der grün-linken Regierungskoalition von Ministerpräsident Robert Golob. Eine Woche zuvor hatte das slowenische Parlament – mit 50 Ja- und 34 Nein-Stimmen – der Neuregelung bereits einmal zugestimmt, doch war nach einem Veto des Nationalrats eine neue Abstimmung erforderlich. Gegen das neue Gesetz stemmte sich die christdemokratische „Demokratische Partei“ (DS) von Ex-Ministerpräsident Janez Jansa, die stattdessen die Palliativversorgung und das Hospiznetz verbessern und das Gesetz zur Langzeitpflege vollständig umsetzen wolle.

Antrag auf begleiteten Suizid beim Hausarzt

Gemäß dem neuen Gesetz besteht nun die legale Möglichkeit zum assistierten Suizid, falls alle Behandlungsmöglichkeiten des Patienten ausgeschöpft wurden und keine begründete Aussicht auf Genesung oder Besserung besteht. Patienten können bei ihrem Hausarzt einen Antrag auf begleiteten Suizid einreichen. Bleiben Patienten nach einem zweiten Gespräch mit dem Arzt bei der Entscheidung zum Suizid, leitet dieser den Antrag an eine Kommission für assistierte freiwillige Sterbehilfe weiter. Nach der Genehmigung wird ihm eine tödliche Substanz zur Verfügung gestellt, die der Patient selbstständig einnehmen kann.

Bereits vor mehr als einem Jahr, am 9. Juni 2024, hatten sich mehr als 54 Prozent in einem rechtlich nicht bindenden Referendum für eine gesetzliche Regelung des assistierten Suizids ausgesprochen. Bei psychisch kranken Patienten bleibt die Suizidbeihilfe weiterhin untersagt.  DT/sba

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung CDU Suizidhilfe

Weitere Artikel

200 Jahre nach seinem Tod changieren Johann Peter Hebels Geschichten zwischen Black Story und therapeutischem Schreiben.
21.09.2026, 15 Uhr
Uwe Wolff
In Osnabrück starten smartphonefreie fünfte Klassen und erleben riesigen Andrang. Ein österreichisches Großexperiment zeigt bereits, was Schüler ohne Handy gewinnen können.
25.08.2026, 09 Uhr
Susanne Hartfiel
Der Attentäter, der bei seiner Amokfahrt acht Menschen erfasste, war psychisch krank. Um Therapie für psychisch Kranke ist es in Italien jedoch schlecht bestellt.
21.05.2026, 07 Uhr
Guido Horst

Kirche

Das Bischofstreffen in Rom zur Familienpastoral stößt auf wenig Interesse bei den Medien. Grund ist die Art und Weise, wie die Versammlung gelenkt und gesteuert wird.
10.10.2026, 12 Uhr
Guido Horst
Papstjubel und Protestwut: Hunderttausende Franzosen gingen zuletzt aus verschiedenen Gründen auf die Straßen. Eins hat sie dennoch vereint.
09.10.2026, 11 Uhr
Elisabeth Hüffer
Johannes Zehe, früher Geiger und seit 2023 Regens für die Priesterausbildung im Erzbistum, wird an diesem Samstag im Mariendom zum Bischof geweiht.
09.10.2026, 14 Uhr
Dorothea Schmidt
Gott will glückliche Menschen, schreibt Erzbischof Georg Gänswein. Gott lädt zur Hochzeit seines Sohnes ein. Doch die Gäste haben vermeintlich Wichtigeres vor.
10.10.2026, 21 Uhr
Georg Gänswein