Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Vatikanstadt

Siedlungsstreit: Vatikan für Zwei-Staaten-Lösung

Der Vatikan sieht die Gefahr, dass der Kurswechsel der USA in der Siedlungspolitik den israelisch-palästinensischen Friedensprozess und die brüchige Stabilität in der Region weiter untergraben werde.
Vatikan reagiert auf US-Kurswechsel zu israelischen Siedlungen
Foto: Iyad Al Hashlamoun (EPA) | Nur in Form einer Zwei-Staaten-Lösung lasse sich eine Lösung für den schon so lange andauernden Konflikt finden, so der Vatikan nach der jüngsten US-Kehrtwende in der Beurteilung der israelischen Siedlungspolitik.

Der Vatikan hat den neuen Standpunkt der USA zur israelischen Siedlungspolitik kritisiert und sich gleichzeitig seine Unterstützung für die Zwei-Staaten-Lösung bekräftigt. Ohne die USA direkt zu nennen, erklärte das vatikanische Pressebüro, dass die „jüngsten Entscheidungen“ Gefahr liefen, den israelisch-palästinensischen Friedensprozess und die bereits jetzt brüchige Stabilität in der Region weiter zu untergraben. Nur in Form einer Zwei-Staaten-Lösung lasse sich eine Lösung für den schon so lange andauernden Konflikt finden.

Lesen Sie auch:

Gerechter Kompromiss in Einklang mit UN-Resolutionen

Der Vatikan betonte weiter, man unterstütze einerseits das Recht des Staates Israel, „in Frieden und Sicherheit innerhalb der von der internationalen Gemeinschaft anerkannten Grenzen“ zu leben, dem palästinensischen Volk stehe jedoch das gleiche Recht zu. Dieses müsse „anerkannt, respektiert und umgesetzt“ werden.

„Der Heilige Stuhl will, dass die beiden Parteien in direkten Verhandlungen miteinander, mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und in Einklang mit den UN-Resolutionen einen gerechten Kompromiss finden, der alle legitimen Ansprüche der beiden Völker in Betracht zieht.“

"Argumente, wer völkerrechtlich
recht hat und wer nicht,
bringen keinen Frieden"
US-Außenminister Mike Pompeo

Zuvor hatte der US-Außenminister Mike Pompeo erklärt, die US-Regierung betrachte die israelischen Siedlungen im Westjordanland nicht mehr grundsätzlich als mit internationalem Recht unvereinbar. „Argumente, wer völkerrechtlich recht hat und wer nicht, bringen keinen Frieden“, erklärte der Republikaner laut Medienberichten.

Auch die Bundesregierung bekräftigte, trotz der Kehrtwende der USA an der Zwei-Staaten-Lösung festhalten zu wollen, da nur sie den Interessen beider Seiten gerecht werde. Regierungssprecher Steffen Seibert betonte, dass der Bau israelischer Siedlungen im Westjordanland völkerrechtswidrig sei.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Heiliger Stuhl Mike Pompeo Steffen Seibert US-Regierung Völkerrecht

Weitere Artikel

Vor 500 Jahren legten die Theologen der Schule von Salamanca die Grundlagen des Völkerrechts und der freien Marktwirtschaft.
06.04.2026, 09 Uhr
Guiseppe Franco

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser