Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Erfurt/Würzburg

Russland-Ukraine-Konflikt: 46 Prozent haben Angst vor Eskalation

Weitet sich der russisch-ukrainische Konflikt zu einem Krieg aus? Fast jeder zweite Deutsche hat davor Angst, wie eine aktuelle Tagespost-Umfrage herausfindet.
Russlands Truppenaufmarsch
Foto: Uncredited (AP) | Ein Soldat der russischen Armee erzeugt während einer Übung auf dem Schießplatz Kadamovskiy ein Feuer mit seiner Waffe.

Eine relative Mehrheit von 46 Prozent der Deutschen hat Angst davor, dass sich der russisch-ukrainische Konflikt zu einem Krieg ausweiten könnte. Zu diesem Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage des in Erfurt ansässigen Meinungsforschungsinstituts „INSA Consulere“, die im Auftrag der „Tagespost“ durchgeführt wurde. Dagegen sind nur 26 Prozent der Befragten gegenteiliger Ansicht. 23 Prozent wissen nicht, wie sie zu der Frage stehen.

46 Prozent der Katholiken haben Angst vor Eskalation

Die Aussage, zu der die Teilnehmer der Umfrage Stellung beziehen sollten, lautete: „Ich habe Angst, dass sich der russisch-ukrainische Konflikt zu einem Krieg ausweiten könnte.“ Mit zunehmendem Alter steigt der Anteil derjenigen, die Angst davor haben, dass sich der russisch-ukrainische Konflikt zu einem Krieg ausweiten könnte. Bei den jüngsten Befragten, den 18- bis 29-Jährigen, liegt der Anteil bei 30 Prozent; bei den 30- bis 39-Jährigen steigt er auf 39 Prozent. In der Gruppe der 40- bis 49-Jährigen liegt der Anteil bei 43 Prozent. In der Gruppe der 50- bis 59-Jährigen steigt er auf 50 Prozent, bei den ältesten Befragten liegt der Anteil bei 56 Prozent.

Lesen Sie auch:

Unter den katholischen Befragten liegt der Anteil derjenigen, die Angst vor einem russisch-ukrainischen Krieg haben, wie im Bundesdurchschnitt, bei 46 Prozent. 28 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Von Protestanten haben 54 Prozent Angst, dass der Konflikt eskaliert; 22 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. Von den Freikirchlern haben dagegen nur 39 Prozent Angst, 30 Prozent haben keine Angst.

Die Erhebung, für die 2.221 erwachsene Personen im Zeitraum zwischen dem 10. und dem 13. Dezember befragt wurden, schlüsselt die Frage auch nach Partei-Affinität auf. Bei den Anhängern von SPD, Union, Grünen und Linken hat jeweils eine absolute Mehrheit Angst davor, dass sich der russisch-ukrainische Konflikt zu einem Krieg ausweiten könnte. Bei der Union sind es 58 Prozent, bei der SPD 57 Prozent, bei den Grünen 54 Prozent und bei der Linken noch 51 Prozent. Bei Anhängern der FDP haben noch 45 Prozent Angst. Unter AfD-Anhängern ist der Wert mit 37 Prozent am geringsten.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung FDP SPD

Weitere Artikel

Politisch werden die Gräben zwischen Jung und Alt immer tiefer. Was jetzt nötig ist, damit die Gesellschaft wieder zusammenrücken kann.
06.10.2026, 21 Uhr
Patrick Sensburg
Der Krieg ist zurück in Äthiopien, doch der Westen ignoriert weithin einen facettenreichen Konflikt, der bereits Hunderttausenden das Leben und Millionen die Heimat kostete.
02.10.2026, 11 Uhr
Stephan Baier
Anschläge auf die Infrastruktur sollen Angst verbreiten und die Gesellschaft polarisieren, schreibt der Experte für Blackout-und Krisenvorsorge Herbert Saurugg in einem Gastbeitrag.
10.09.2026, 21 Uhr
Herbert Saurugg

Kirche

Vier Tage nach seiner Operation wird Leo XIV. wieder aus der Klinik entlassen. Und tritt am Sonntag beim Angelus in Erscheinung. Für die Lateinamerika-Reise geben Ärzte grünes Licht.
19.10.2026, 08 Uhr
Sabine Kleyboldt
Zehn Jahre „Amoris laetitia“: Der DBK-Vorsitzende lobt die „hohe Kunst des Zuhörens“ beim Treffen in Rom und nimmt die Erkenntnis mit, dass sich die Kirche weiterentwickelt.
16.10.2026, 11 Uhr
Meldung
Prüfstein für die Strukturreformen im Bistum Eichstätt: In der Oberpfälzer Stadt entsteht ein neuer Pastoralraum.
19.10.2026, 13 Uhr
Henry C. Brinker
Spricht sich Jesus gegen die Steuer für den Kaiser aus, droht ihm die Todesstrafe. Noch heute gewichtet die Kirche politische und gesellschaftliche Fragen oft zu hoch.
17.10.2026, 21 Uhr
Lothar Wehr