Herr Schwartz, Armenien hat im Jahr 301 als erstes Reich das Christentum als Staatsreligion angenommen, doch heute erlebt das Land einen scharfen Konflikt zwischen der Regierung und der Armenisch-Apostolischen Kirche. Woran liegt das? Das liegt an wechselseitigen Vorwürfen und persönlichen Animositäten. Ich halte es für schwierig, ja für unangemessen, wenn ein Vertreter der Regierung das Oberhaupt einer Kirche zum Rücktritt auffordert. Ebenso ist es zu kritisieren, wenn das Oberhaupt einer religiösen Gemeinschaft in seiner kirchlichen Funktion den Sturz der Regierung fordert. Beides sollte in einem demokratischen Rechtsstaat undenkbar sein. Die Armenisch-Apostolische Kirche ist nicht nur Nationalkirche, sondern versteht sich als Hüterin ...
Russischer Einfluss ist nicht auszuschließen
In Armenien sollen Kirche und Staat zum Miteinander zurückfinden, mahnt Renovabis-Hauptgeschäftsführer Thomas Schwartz im Gespräch.
