Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung IOC muss entscheiden

Olympische Spiele ohne Transgender-Frauen?

Transgender-Frauen, die als biologische Männer zur Welt kamen, lässt das Internationale Olympische Komitee (IOC) womöglich nicht zu. Anders verhält es sich bei „Intersex“-Personen.
An ihr hatte sich eine besonders hitzige Debatte entzündet: Die algerische Boxerin Imane Khelif (l.)
Foto: IMAGO/Aytaç Ünal (www.imago-images.de) | An ihr hatte sich eine besonders hitzige Debatte entzündet: Die algerische Boxerin Imane Khelif (links) gewann bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 die Goldmedaille im Frauenboxen.

Bei den Olympischen Spielen in Los Angeles 2028 werden Transgender-Frauen wohl nicht antreten dürfen. Das geht aus einem Bericht der britischen Boulevardzeitung „Daily Mail“ hervor. Offen bleibt, ob es auch Hürden für Athleten mit angeborenen Abweichungen von der typischen Geschlechtsentwicklung geben wird. Gemeint sind die „Intersex“-Personen mit „Differences of Sex Development“ (DSD), zu Deutsch „Varianten der Geschlechtsentwicklung“.

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Ob Transgender-Frauen – also Personen, die sich als Frauen identifizieren, aber bei der Geburt das biologisch männliche Geschlecht aufwiesen – antreten dürfen, war bislang je nach Sportart unterschiedlich geregelt, abhängig davon, wie hoch ihr Testosteronspiegel war. Mit der neuen Präsidentin des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), Kirsty Coventry, dürfte sich das nun ändern: Zur Debatte steht ein generelles Teilnahmeverbot für Transgender-Frauen am größten Sportereignis der Welt.

Streit mit US-Präsident Donald Trump vorprogrammiert

Ein solches Verbot durchzusetzen, wäre ein Erfolg für Coventry, die sich vor ihrer Wahl zur IOC-Präsidentin für den Schutz der Frauenkategorie eingesetzt hatte. Auch würde man so Konflikte mit dem US-Präsidenten Donald Trump im Vorfeld der Olympischen Spiele in Los Angeles vermeiden. Im Februar hatte er eine Verordnung unterzeichnet, die Transgender-Frauen von der Teilnahme am Frauensport ausschließt.

Heftige Diskussionen gibt es derzeit noch um Sportlerinnen, die wie die Algerierin Imane Khelif in die Kategorie „DSD“ fallen. Eine Regeländerung sei langfristig wahrscheinlich, so die „Daily Mail“. 2024 sorgte Khelif in Paris für Empörung, weil sie die olympische Goldmedaille im Boxen gewann. 2023 war sie wegen angeblichen Nichtbestehens von Geschlechtsprüfungen von den Weltmeisterschaften disqualifiziert worden. Die Boxerin mit männlichem Erscheinungsbild hat keine Transition hinter sich, sondern ist als Mädchen aufgewachsen. Allerdings soll sie laut DNA-Test XY-Chromosomen haben und darum biologisch ein Mann sein.  DT/elih

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