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Österreich: Meldestelle für Christenfeindlichkeit gefordert

Die „Plattform Christdemokratie“ beklagt eine Zunahme der Vorurteile und Gewalt gegen Christen. In einer Petition fordert die Initiative nun eine öffentliche Meldestelle.
Marina Soliman und Jan Ledóchowski
Foto: Plattform Christdemokratie | Marina Soliman, Vorstandsmitglied der Plattform Christdemokratie, und Jan Ledóchowski, Präsident der Initiative.

Die österreichische „Plattform Christdemokratie“ fordert in einer Petition an die Bundesministerin Susanne Raab (ÖVP), eine landesweite „Meldestelle für Christenfeindlichkeit“ einzurichten. Dies gab die Initiative am Montag in einer Pressemitteilung bekannt. Orientieren soll sich die Meldestelle dabei an der bereits im Jahr 2014 umgesetzten und geförderten „Meldestelle für Islamfeindlichkeit & antimuslimischen Rassismus“.

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Jan Ledóchowski, Präsident der „Plattform Christdemokratie, betont: „In einer Zeit der fortschreitenden Marginalisierung des Christentums müssen immer mehr Christen die Erfahrung von Ausgrenzung, Verächtlichmachung und sogar Gewalt machen.“ Angesichts einer „scheinbar teilnahmslosen Öffentlichkeit“ würden viele in ihrer Scham verstummen. „Mit unserer Petition und der geforderten Meldestelle für Christenfeindlichkeit wollen wir diesen Menschen eine Stimme geben“, begründet Ledóchowski den Vorstoß.

Die meisten vorurteilsmotivierten Straftaten in Wien

Marina Soliman, Vorstandsmitglied der „Plattform Christdemokratie“, Initiatorin der Petition und selbst orientalische Christin, ergänzt, viele Christen hätten „ihr gesamtes Hab und Gut sowie ihre Liebsten zurücklassen“ müssen, „mit der Hoffnung in Österreich ihre Religion frei von Unterdrückung, Diskriminierung und Verächtlichmachung ausleben zu können“. Um genau dies sicherstellen zu können, brauche es eine Meldestelle für Christenfeindlichkeit. „Damit wird nicht nur eine Anlaufstelle für Betroffene geschaffen, sondern es wird für Sensibilisierung gesorgt und der Thematik wird endlich die notwendige und längst hinfällige Aufmerksamkeit geschenkt, so Soliman.

Die meisten vorurteilsmotivierten Straftaten gegen Christen in absoluten Zahlen fanden laut dem jüngst veröffentlichten „Hate Crime“-Bericht des österreichischen Innenministeriums in der Landeshauptstadt Wien statt. Daher sieht die „Plattform Christdemokratie“ den Wiener Bürgermeister Michael Ludwig in besonderer Verantwortung. In Wien lebten auch die meisten orientalischen Christen und muslimische Konvertiten, die einer besonderen Gefahr ausgesetzt seine, betont die Initiative.

Angriffe gegen Christen sind keine Einzelfälle

Der „Hate Crime“-Bericht veranschauliche einmal mehr, dass die Angriffe gegen Christen keine Einzelfälle seien und die Dunkelziffer hoch sei. Zudem sei nicht jeder Diskriminierungsfall strafrechtlich relevant. „Auch Mobbing und herabwürdigende Kommentare auf Social Media und anderen Medien führen zu einem Klima der Angst und Scham unter vielen Christen“, betont die „Plattform Christdemokratie“.

Als konkrete Fälle aus den letzten Wochen, die auch medial aufgegriffen worden seien, nennt die Initiative einen Aufruf zur Kreuzverbrennung des neuen SPÖ-Vorsitzenden Andreas Babler, die Verwüstung eines Gebetsgartens im Wiener Stadtteil Floridsdorf sowie die Aussage des österreichischen Vizekanzlers Werner Kogler, dass Hexenverbrennungen für die katholische Kirche normal seien.  DT/mlu

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der "Tagespost" einen Gastbeitrag von Jan Ledóchowski und Marina Soliman zur Petition.

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