Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

Öffentliches jüdisches Leben zunehmend bedroht

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden beklagt, dass jüdisches Leben in der Öffentlichkeit nur unter Polizeischutz und schärfsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden könne.
Feierliches Entzünden der Chanukka-Lichter
Foto: Sina Schuldt (dpa) | Die Chanukka-Lichter leuchten vor dem Neuen Schloss in Stuttgart (Baden-Württemberg). Weltweit feiern Juden das achttägige Lichterfest Chanukka als Zeichen des Friedens und der Gemeinschaft.

Die ehemalige Präsidentin des Zentralrates der Juden, Charlotte Knobloch, sieht das öffentliche jüdische Leben in Deutschland zunehmend bedroht. „Jüdisches Leben kann in der Öffentlichkeit nur unter Polizeischutz und schärfsten Sicherheitsvorkehrungen stattfinden“, sagte sie nach der Beschädigung eines Chanukka-Leuchters in Heilbronn der „Heilbronner Stimme“ am heutigen Freitag. In Berlin und München hätten die großen Chanukka-Leuchter rund um die Uhr unter Bewachung gestanden.

Knobloch ist heute Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern. In Heilbronn hatte die Jüdische Gemeinde den drei Meter hohen Leuchter anlässlich des Chanukka-Festes im Dezember aufgestellt. Unbekannte hatten mehrere Lampen und die dazugehörigen Gaskartuschen von dem neunarmigen Leuchter heruntergeschlagen. Knobloch forderte von der Bundesregierung, einen Antisemitismusbeauftragten einzusetzen. „Antisemitismus erstarkt von rechts und links, in der muslimischen Community und auch in der Mitte der Gesellschaft.“ Eine wirksame Bekämpfung der vielen offenen und verdeckten Formen von Antisemitismus sei überfällig.

DT/dpa

 

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Antisemitismus Chanukka Charlotte Knobloch Zentralrat der Juden in Deutschland

Weitere Artikel

Die Kölner Synagogen-Gemeinde ist nachweislich die älteste jüdische Gemeinde nördlich der Alpen. Auch dort sitzt der Schock nach dem Attentat von Sydney tief. Eindrücke vom Chanukka-Fest.
18.12.2025, 10 Uhr
Constantin von Hoensbroech
Das Bündnis gegen Antisemitismus „D-A-CH gegen Hass“ fordert konkrete Maßnahmen. Diesen Zielen haben sich Organisationen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz angeschlossen
27.09.2025, 09 Uhr
Patrick Peters

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting