Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Österreich

Moskaus Agenten in Wien

Österreich wertet Desinformationskampagne als Mittel der hybriden Kriegsführung.
Die Russische Botschaft in Wien
Foto: IMAGO/Frank Peter, Ulmenweg 27, 24149 (www.imago-images.de) | Auch in der Amtszeit des russischen Präsidenten Wladimir Putin dient die russische Botschaft in Wien unter anderem auch als Stützpunkt für Spionage und Desinformation.

Wien ist seit dem Kalten Krieg eine berüchtigte Drehscheibe ausländischer Spionage. Auch in der Amtszeit des russischen Präsidenten Wladimir Putin dient die russische Botschaft in Wien unter anderem auch als Stützpunkt für Spionage und Desinformation; mehrere Diplomaten mussten des Landes verwiesen werden. Am Montag wurde nun von der österreichischen Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) „eine umfangreiche russische Desinformationskampagne in Österreich“ aufgedeckt.

Lesen Sie auch:

Eine Bulgarin soll für eine von Russland gesteuerte Operation der Spionage und Desinformation verantwortlich gewesen sein. Sie hatte offenbar Verbindungen zum Ex-Vorstand von Wirecard, Jan Marsalek, der mit Haftbefehl gesucht wird, sich aber nach Russland abgesetzt hat. Die DSN wertet die Aktionen der Bulgarin, welche die Ukraine ins Zwielicht rücken und Russlands Invasion als gerechtfertigt darstellen sollten, als „Mittel hybrider Kriegsführung“.

Nationalistische und antisemitische Sticker und Graffiti verbreitet

Die Bulgarin erstellte und verbreitete nationalistische und antisemitische Sticker und Graffiti, die den „Anschein erwecken sollten, als ob proukrainische Aktivisten die Verfasser und Urheber seien“, so die DSN. Einige Mitglieder des Marsalek-Spionagenetzwerks wurden 2023 in Großbritannien gefasst.

Die Verbreitung von falschen Narrativen, Fake News und manipulativen Inhalten untergrabe das Vertrauen in die Institutionen und gefährde den gesellschaftlichen Zusammenhalt, so der zuständige Staatssekretär Jörg Leichtfried (SPÖ). „Wir dürfen nicht zulassen, dass die Meinungsbildung in der Politik und in der Öffentlichkeit von außen gesteuert wird.“ Die gezielte Desinformation habe das Potenzial, Wahlen zu beeinflussen und die demokratische Gesellschaft zu gefährden.  DT/sba

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung SPÖ Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Die Historikerin Anne Applebaum warnt vor Angriffen auf die Zivilgesellschaft und ihre Freiheit. Russland wirft sie vor, in der Ukraine Folterkammern und KZs zu betreiben.
26.07.2025, 14 Uhr
Meldung
Präsident Selenskyj wollte die Antikorruptionsbehörden an die kurze Leine nehmen. Aber die Ukraine ist nicht Russland: Einen allmächtigen Präsidenten dulden ihre Bürger nicht.
25.07.2025, 11 Uhr
Stephan Baier
„Komplexe Sicherheitslage“: In Österreich ist der Verfassungsschutzbericht für 2024 vorgelegt worden. Von welcher Seite aktuell die größte Gefahr ausgeht.
27.05.2025, 09 Uhr
Alexander Eiber

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser