Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Synodaler Weg

Woelki kommt nicht zu letzter Synodalversammlung

Der Synodale Weg sei für ihn abgeschlossen, meint der Kölner Erzbischof. Alle Beteiligten hätten das Gute gewollt, nur könne man „nicht über alles ergebnisoffen diskutieren“.
Rainer Maria Kardinal Woelki
Foto: IMAGO/IPA/ABACA (www.imago-images.de) | Hat fertig mit dem Synodalen Weg: Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki, hier vor dem Konklave im Vatikan.

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki wird nicht an der sechsten Synodalversammlung in Stuttgart teilnehmen. Ab Donnerstag ziehen die Synodalen in Stuttgart eine Bilanz des Synodalen Wegs und evaluieren das Erreichte. Wie der Kölner Erzbischof in einem am Dienstag veröffentlichten Interview mit dem Kölner „Domradio“ erläuterte, ist der Synodale Weg für ihn abgeschlossen.

Lesen Sie auch:

Der Synodale Weg war 2019 von den deutschen Bischöfen und dem Zentralkomitee der deutschen Katholiken beschlossen worden; 2020 tagte die erste Synodalversammlung. Ursprünglich waren fünf Sitzungen vereinbart – an diesen hatte Kardinal Woelki auch teilgenommen. Angesichts der theologischen Differenzen im deutschen Katholizismus, die sich auch bei den Synodalversammlungen abzeichneten, rät Woelki zur Besinnung: „Hier ist eine theologische Klärung dringend notwendig. Ich bin wirklich davon überzeugt, dass alle Beteiligten – auch die des Synodalen Weges – letztlich das Gute für die Kirche wollen. Aber der Weg dorthin wird unterschiedlich gesehen.“

Unterschiedliche Auffassungen über Bedeutung des Begriffs Synodalität

Im Hinblick auf das Synodalitätsverständnis erinnerte der Kardinal an die Grenzen theologischer Spielräume: „Wir können dabei aber nicht über alles ergebnisoffen diskutieren“, erklärte er und nannte ein „bewusst abwegiges Beispiel“: „Wir können nicht darüber abstimmen, ob Jesus von den Toten auferstanden ist.“

Aus Sicht des Kölner Erzbischofs bestehen grundlegend unterschiedliche Auffassungen über die Bedeutung des Begriffs Synodalität. Papst Franziskus und Papst Leo hätten immer wieder betont, dass Synodalität ein geistliches Geschehen sei, ein Werkzeug zur Evangelisierung. Wörtlich erklärte Woelki: „Synodalität ohne Evangelisierung ist gar nicht denkbar, wenn man Papst Franziskus und Papst Leo folgt.“ Er selbst habe allerdings den Eindruck, dass es auf dem Synodalen Weg in Deutschland ab einem bestimmten Punkt vor allem darum gegangen sei, bestimmte kirchenpolitische Positionen umzusetzen.

Der Kölner Oberhirte äußerte sich auch zur belastenden Situation in der Deutschen Bischofskonferenz. Die Spannungen bedrückten ihn, weil er niemandem unterstellen möchte, nicht das Gute zu wollen. DT/reg

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Erzbischöfe Papst Franziskus Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Weitere Artikel

Das Synodale Nationalgremium nimmt Formen an. Trotz päpstlicher Weisungen schafft die Kirche in Deutschland Fakten jenseits des kirchlichen Lehramts. Eine Chronologie.
03.11.2025, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
25 Jahre „Esperanza“: Die Schwangerschaftsberatung vergibt keine Beratungsscheine; dafür gibt es jede Menge Hilfe, Herz und Hoffnung – nicht nur für Schwangere.
11.09.2025, 09 Uhr
Dorothea Schmidt

Kirche

Vatikan weist den Einspruch des saarländischen AfD-Politikers Christoph Schaufert gegen Ausschluss aus einem kirchlichen Gremium zurück. Dieser reagiert mit Kirchenaustritt.
27.01.2026, 07 Uhr
Meldung
Vor 150 Jahren ist der seliggesprochene Jesuitenpater geboren worden. Er ist gerade heute ein Vorbild dafür, wie ein Seelsorger auf menschenverachtende Ideologien reagieren kann.
26.01.2026, 12 Uhr
Sebastian Sasse
Positionspapier zur Rettung der Kirchenmusik, das es in sich hat: Der Deutsche Musikrat beschämt die Kirche mit Kritik an ihrem Musikleben. Zwischenruf einer Kirchenmusikerin.
23.01.2026, 16 Uhr
Barbara Stühlmeyer