Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirchenfinanzen

Ministerpräsident Söder fordert Ende der Diskussion über Staatsleistungen

Außer Bayern kann das gar kein Bundesland leisten. Auch beim Papst hatte sich Söder entsprechend geäußert. 
Markus Söder fordert ein Ende der Debatte um die Ablösung der Staatsleistungen.
Foto: IMAGO/Rolf Poss (www.imago-images.de) | Markus Söder fordert ein Ende der Debatte um die Ablösung der Staatsleistungen.

Ein Ende der Diskussion über die Staatsleistungen der Bundesländer an die Kirche hat Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gefordert. Er wolle, „dass das endgültig auf Eis gelegt wird“, sagte Söder am Dienstag in München bei einem Festakt zum 100-jährigen Bestehen des bayerischen Konkordats.

Lesen Sie auch:

Das sähen auch die meisten seiner Ministerpräsidentenkollegen so, betonte er. Ähnlich hatte sich Söder bereits bei seinem Besuch in Rom im Mai gegenüber Papst Franziskus geäußert. 

Arbeitsgruppe tagt nicht mehr

Außerdem könnten sich die meisten Bundesländer - außer Bayern - eine Ablösung gegen die Zahlung einer Milliardensumme gar nicht leisten, so Söder. Die Ablösung der Staatsleistungen wird in Art. 140 Grundgesetz durch Übernahme der Regelungen aus der Weimarer Reichsverfassung gefordert. Die gegenwärtige Bundesregierung hatte angekündigt, ein Grundsätzgesetz zur Ablösung der Staatsleistungen durch die Bundesländer zu verabschieden. Das Bundesinnenministerium setzte dazu eine Arbeitsgruppe ein, die bis Januar 2023 tagte. Seit mehr als einem Jahr trifft sich die Gruppe nicht mehr. Experten gehen davon aus, dass es in dieser Legislaturperiode nicht mehr zur Verabschiedung eines Grundsätzegesetzes kommen werde. Mithin dürfte die Ablösung der Staatsleistungen erneut auf unbestimmte Zeit verschoben sein. 

Die Bistümer und Landeskirchen bekommen die Staatsleistungen als Ausgleich für entgangene Erträge aus den 1803 enteigneten Kirchengütern. Söder sagte in München, er befürchte einen „Kulturkampf“, wenn es eine Milliardenzahlung an die großen Kirchen in Deutschland geben sollte: „Es würde eine unglaubliche Neiddiskussion losgehen“. DT/pwi

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Markus Söder Papst Franziskus Staatsleistungen

Weitere Artikel

Proteste und massive Einkommensverluste zeigen Reformbedarf beim neuen Vertrag. Doch auf Bundesebene bleibt eine konkrete Lösung bislang aus.
07.02.2026, 09 Uhr
Dorothea Schmidt
Die DBK veröffentlicht ein bemerkenswert klares Dokument zur Rentendiskussion – bewusst, nachdem die Entscheidung im Bundestag gefallen ist.
13.12.2025, 11 Uhr
Jakob Ranke
Reformforderungen, Presseähnlichkeit, Höcke-Drohung? Das verbirgt sich hinter der Debatte über die Medienstaatsverträge der Bundesländer.
12.12.2025, 09 Uhr
Patrick Peters

Kirche

Eine vatikanische Ehrung für den iranischen Botschafter am Heiligen Stuhl sorgt für Empörung – und für Missverständnisse. Eine Aufklärung.
15.05.2026, 10 Uhr
Stephan Baier
Eucharistische Anbetung und Lobpreis auf einer ZdK-Veranstaltung? Das gibt’s, auf dem Gebetsabend „The Tabernacle“. Organisator Samuel Tussing erklärte der „Tagespost“ Hintergründe.
15.05.2026, 07 Uhr
Elisabeth Hüffer
Katholischer als der Papst? Die Piusbruderschaft bekräftigt ihren Anspruch, am überlieferten Glauben festzuhalten mit einem „Glaubensbekenntnis an Seine Heiligkeit Papst Leo XIV.“
14.05.2026, 20 Uhr
José García
Österreichs Boulevard heizt Spekulationen um High-Society-Priester Toni Faber an. Erzdiözese Wien bestätigt Gespräche mit Erzbischof Grünwidl.
14.05.2026, 18 Uhr
Meldung