Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Europäischer Trend

Mehrheit schottischer Christen fühlt sich ausgegrenzt

Laut einer aktuellen Umfrage erleben zwei von drei schottischen Christen Ablehnung vonseiten der Gesellschaft.
Die schottische Flagge vor einem Kirchturm
Foto: Copyright: xjqnocx via imago-ima (www.imago-images.de) | Vor dem Turm des "Hubs", vormals die St. John Tolbooth-Kirche, weht eine schottische Fahne. Christen fühlen sich laut einer Umfrage in Schottland zunehmend diskriminiert.

Eine Umfrage des neuen christlichen Think Tanks „Logos Scotland“ hat ergeben, dass der Großteil der schottischen Christen die Gesellschaft als ablehnend erlebt. „Diese Ergebnisse offenbaren ein deutliches Empfinden von Ausgrenzung unter Schottlands lebendiger christlicher Gemeinschaft“, so die Geschäftsführerin des Think Tanks, Shona Haslam. Haslam forderte gegenüber der schottischen Tageszeitung „The Herald“ mehr gesellschaftliche Toleranz für Christen.

Lesen Sie auch:

Laut „Logos Scotland“ zeigt sich die Mehrheit der Christen in Schottland betroffen angesichts negativer Kommentare und Haltungen gegenüber christlicher Politiker in den Medien, etwa dem Ersten Minister John Swinney und seine Stellvertreterin Kate Forbes. Über 70 Prozent der befragten Christen habe zudem das Gefühl, nicht von der Regierung unterstützt zu werden. Zwei von drei seien überzeugt, dass Christen in Schottland Ablehnung erfahren, zum Beispiel durch negative soziale Haltungen, oder Vorkommnisse von Vorurteilen, Ausgrenzung und Diskriminierung. Fast 70 Prozent der christlichen Befragten seien zudem bereits Vorurteile durch negative Kommentare oder Einstellungen begegnet.

Mehrheit der Schotten „religionslos“

Befragte Nicht-Christen teilten laut Haslam diese Einschätzungen mit ihren christlichen Mitbürgern nicht. Die Mehrheit gab an, dass Christen keine Diskriminierung erfahren und zeigten sich nicht besorgt über Kritik an christlichen Politikern. Eine knappe Mehrheit von 55 Prozent stimmte aber zu, dass die schottische Regierung Christen nicht unterstütze. Laut der katholischen Presseagentur „Kathpress“ seien bei der Studie um die 1.000 Personen befragt worden. Hintergrund der Umfrage sei die jüngste Volkszählung in Schottland, die einen tiefgreifenden Wandel der religiösen Landschaft belege. 2022 hatte sich zum ersten Mal die knappe Mehrheit der Schotten, 51 Prozent, als religionslos bezeichnet.

„Von zunehmendem Druck berichten Christen quer durch ganz Europa“, kommentiert Anja Hoffmann, Geschäftsführerin der Beobachtungsstelle für Intoleranz und Diskriminierung von Christen in Europa (OIDAC) gegenüber „Kathpress“. Laut Hoffmann sei die Situation in Großbritannien verschärft, weil es dort aufgrund der strengeren Gesetzeslage immer wieder dazu komme, dass Menschen wegen ihres Glaubens ihre Arbeit verlieren. Äußerungen zur kirchlichen Lehrmeinung würde immer wieder als „Hassrede“ qualifiziert. Die Folge sei eine voranschreitende Selbstzensur von Christen in Europa. DT/sdu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Christen Katholizismus Kathpress

Weitere Artikel

Das Kölner Rhein-Meeting hatte den Leiter der vatikanischen Fastenexerzitien, Bischof Erik Varden OCSO, zu Gast.
19.03.2026, 11 Uhr
Bernhard Raspels
Lothar C. Rilinger beleuchtet die Fundamente rechtlicher Ordnung und verteidigt die christlichen Grundlagen von Staat und Gesellschaft.
08.02.2026, 15 Uhr
Urs Buhlmann

Kirche

Der Papst sieht den Moment gekommen, die Künstliche Intelligenz zu „entwaffnen“. Eigentlich geht es in „Magnifica humanitas“ aber eher um das „technokratische Paradigma“.
27.05.2026, 17 Uhr
Guido Horst
Auch die Entwickler selbst fürchten, dass sich eine Superintelligenz einmal gegen den Menschen richten könnte: Die KI-Enzyklika Papst Leos geht auf reale Sorgen ein.
27.05.2026, 19 Uhr
Guido Horst
Kommt die Seligsprechung? Wie Erzbischof Georg Gänswein bestätigt, sammelt das Dikasterium für die Heiligsprechung Schreiben aus aller Welt, die Gebetserhörungen dokumentieren.
27.05.2026, 14 Uhr
Regina Einig
Trotz Warnungen aus Rom: Die FSSPX gibt die Namen der Kandidaten für die geplanten Bischofsweihen bekannt. Auch dem Papst sollen sie bereits vorgestellt worden sein.
27.05.2026, 11 Uhr
Meldung
Neuer Teilnehmerrekord, Durchschnittsalter bei 21 und die Abschlussmesse mit Kardinal Burke: Chartres versammelte wieder Zehntausende. Was sagt das über die junge Generation?
27.05.2026, 10 Uhr
Elisabeth Hüffer