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Katar: Ein Land, das Freund und Feind bezahlt

Egal, ob europäische Parlamentarier, die Hamas oder Vertraute Netanjahus – katarische Riyals fließen in viele Taschen.
Emir Tamim Hamad Al Thani
Foto: Mikhail Tereshchenko (imago sportfotodienst) | Hat tiefe Taschen, und nutzt sie auch gern: der katarische Emir Tamim bin Hamad Al Thani.

Noch immer protestieren die Menschen in Gaza gegen die sie seit 2007 herrschende Terrororganisation Hamas – und auch der erneute israelische militärische Vorstoß im Gaza-Streifen sowie die diesbezügliche uneingeschränkte Rückendeckung von US-Präsident Donald Trump sollte Israels Premierminister Benjamin Netanjahu zuversichtlich stimmen. Doch weit gefehlt.

Ein neues „Katar-Gate“

Denn der Nahe Osten ist immer für eine politische Wende gut. So musste der eh bereits durch Korruptionsvorwürfe und seine Handhabung der Befreiung der restlichen in Gaza festgesetzten israelischen Geiseln in der Kritik stehende israelische Regierungschef nun auch noch der israelischen Polizei Rede und Antwort stehen, die ihn über die mutmaßliche Einflussnahme Katars auf zwei seiner engsten Berater über eine Stunde befragten.

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Den Beschuldigten, Yonatan Urich und Eli Feldstein, wird vorgeworfen, Bestechungsgelder aus Katar angenommen zu haben. Als Gegenleistung sollte dafür gesorgt werden, das Image des Landes, welches über Jahre hinweg die Hamas finanziell unterstützte und deren Führer im Exil beherbergte, in Israel zu verbessern. Es wäre nicht der erste Versuch Katars, sich über finanziellem Weg die Gunst ausländischer Politiker zu erkaufen: Im Dezember 2022 verhafteten belgische Sicherheitskräfte Abgeordnete des Europäischen Parlaments sowie deren Mitarbeiter und einige Lobbyisten unter dem Verdacht, von Katar bestochen worden zu sein, um in dessen Sinne Politik zu betreiben – beispielsweise in Form von verbesserten Handelsbeziehungen und einer freundlicheren Betrachtung der dortigen Menschenrechtslage. Die strafrechtlichen Verfahren laufen weiter – bislang wurden keine Urteile gesprochen.

Noch ist Netanjahu kein Verdächtigter

Noch ist unklar, wie viel Netanjahu über die angeblichen Verbindungen seiner Mitarbeiter nach Katar gewusst hat. Für den Premierminister, der gegenwärtig die Ermittlungen gegen seine Vertrauten als „Hexenjagd“ abtut, könnte der Fall vor allem dann gefährlich werden, wenn Urich oder Feldstein Aussagen machen, die neue Details zu den Vorgängen im Büro des Regierungschefs zutage fördern.

Dann hätte Netanjahu, der zudem momentan durch die Entlassung des gegen ihn ermittelnden Inlandsgeheimdienstchefs Ronen Bar unter Druck steht, ein großes Problem – zur Freude der Hamas und zur Nichtfreude Katars über ihre misslungene „Vermittlung“ der besonderen Art.

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