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Jerusalem: Konfliktherd Tempelberg

Die Herrschaft über den Tempelberg sorgt seit jeher für Streit zwischen Juden und Muslimen.
Klagemauer in Jerusalem
Foto: Abir Sultan (EPA) | Der Präsident des Obersten Islamrats in Jerusalem fordert, dass die Klagemauer nur mit ihrem arabischen Namen bezeichnet wird.

Die Klagemauer gehöre den muslimischen Gläubigen weltweit und es gebe keine jüdischen Besitzrechte an dieser Stätte. Dies hat der Präsident des Obersten Islamrats in Jerusalem, Scheich Ikrima Sabri, in einer islamischen Rechtsauslegung, genannt Fatwa, erklärt. Die israelische Nachrichtenseite Arutz 7 berichtete vergangene Woche, er bestreite, dass irgendein Stein dieser für das Judentum heiligen Stätte eine Verbindung mit der jüdischen Geschichte hätte. Zudem fordere er, dass die Mauer nur mit ihrem arabischen Namen, Al-Buraq, bezeichnet werden solle.

Ferne Kultstätte, "deren Umgebung wir gesegnet haben"

Gemäß muslimischer Tradition hat der Prophet Mohammed nach seiner im Koran berichteten Nachtreise von Mekka zu „der fernen Kultstätte, deren Umgebung wir gesegnet haben“ (Sure 17 Vers 1), sein mythisches, pferdeähnliches Reittier, genannt Buraq, auf dem Tempelberg auf der anderen Seite dieser Mauer festgemacht. Heute gilt der gesamte Tempelberg, samt der Mauern, im muslimischen Verständnis als eine Moschee.

Die Geschichte hat die beiden Heiligtümer des Judentums und des Islam eng miteinander verbunden. Aufgrund des politischen Konflikts wird diese Verbindung jedoch politisch nicht nur relativiert, sondern verneint. Heilige Stätten im Heiligen Land sind immer auch politische Konfliktherde. Und die Herrschaft über den Tempelberg ist auch innerislamisch umstritten.

Gemeinsamer Rat zur Verwaltung des Tempelbergs

Yoni Ben-Menachem, ein erfahrener Nahost-Analyst des Jerusalemer Center for Public Affairs, erklärte in einem exklusiven Interview mit der israelischen Zeitung „Israel Hayom“, dass die palästinensische Autonomiebehörde und die jordanischen Regierung einen gemeinsamen Rat einrichten werden, um fortan gemeinsam den Tempelberg und weitere muslimische, heilige Stätten in Jerusalem zu verwalten. Seine Worte wurden bereits von einem hochrangigen, palästinensischen Politiker bestätigt.

DT

Was den Tempelberg zu einem derart bedeutsamen Ort macht, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 21. Februar 2019.

Themen & Autoren
Geschichte des Judentums Juden Koran Moscheen Muslime Prophet Mohammed

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