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Isabel Vaughan-Spruce erneut verhaftet

Das britische Parlament verbietet, was ein Gericht erlaubt hatte: vor einer Abtreibungsklinik still zu beten.
Isabel Vaughan-Spruce, Leiterin der Pro-Life-Bewegung „March for Life“
Foto: ADF International | Isabel Vaughan-Spruce war kürzlich von einem Gericht gegen den Vorwurf freigesprochen worden, gegen die PSPO außerhalb der Klinik verstoßen zu haben, nachdem sie wegen „stillen Betens“ in der Pufferzone festgenommen ...

Die Leiterin der Pro-Life-Bewegung „March for Life“ in Großbritannien, Isabel Vaughan-Spruce, wurde am Dienstag in Birmingham erneut verhaftet, nachdem die 45-Jährige vor der Abtreibungsklinik „Robert Clinic“ still betete. In einem auf Twitter verbreiteten Video wird Vaughan-Spruce von Polizeibeamten aufgefordert, die Sperrzone zu verlassen, sie würde gegen die Schutzanordnung für den öffentlichen Raum (Public Spaces Protection Order, PSPO) verstoßen: „Sie sind hier draußen, obwohl Sie wissen, dass Sie es nicht sein sollten.“

Allerdings war Vaughan-Spruce kürzlich von einem Gericht gegen den Vorwurf freigesprochen worden, gegen die PSPO außerhalb der Klinik verstoßen zu haben, nachdem sie wegen „stillen Betens“ in der Pufferzone festgenommen worden war.

Freie Meinungsäußerung und freies Denken

Nach ihrer zweiten Verhaftung sagte sie: „Wieder einmal wurde ich verhaftet und wie eine Kriminelle behandelt, weil ich genau die gleichen Gedanken in meinem Kopf hatte, und das am gleichen Ort. Es sind zweideutige Gesetze, die die freie Meinungsäußerung und das freie Denken einschränken – selbst in friedlichen, einvernehmlichen Gesprächen oder im stillen, inneren Gebet.“

Laut der christlichen Menschenrechtsorganisation „ADF“, deren britischer Zweig Vaughan-Spruce vertritt, wurde sie unter der Auflage freigelassen, dass sie sich nicht in die Nähe der Abtreibungseinrichtung begeben darf.

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Die Polizei bestätigte, dass eine 45-jährige Frau festgenommen wurde, weil sie im Verdacht stand, gegen eine Schutzanordnung für den öffentlichen Raum verstoßen zu haben, nachdem sich Bürger beschwert hatten. „Die Frau wurde aufgefordert, den Bereich zu verlassen, was sie ablehnte, woraufhin ihr ein Bußgeldbescheid zugestellt wurde. Als sie sich erneut weigerte, den Bereich zu verlassen, wurde sie festgenommen“

In dem Video kann man hören, wie auf die Anordnung der Polizei: „Die Schutzanordnung besagt, dass man sich nicht hier draußen aufhalten darf“, sie antwortet: „Ich protestiere nicht, ich bete nur im Stillen.“ Darauf der Beamte: „Aber Sie haben gesagt, dass Sie beten, und das ist eine Straftat.“

Gesetz zur Einrichtung von „Pufferzonen“gebilligt

Dazu schreibt ADF UK: „Die Polizei hat fälschlicherweise behauptet, dass die PSPO-‚Pufferzone‘ Isabel verbietet, sich einfach in der Nähe einer Klinik aufzuhalten. Dies ist einfach nicht wahr. Ein Gericht hat erst vor wenigen Wochen entschieden, dass Isabel kein Gesetz gebrochen hat. Wie können Mitglieder des Parlaments dieses Gesetz mit so wenig Klarheit umsetzen?“

Einen Tag nach der Verhaftung Isabel Vaughan-Spruces billigte indes das britische Unterhaus ein Gesetz zur Einrichtung von „Pufferzonen“ um Abtreibungseinrichtungen, das eine Vielzahl von Verhaltensweisen, einschließlich des stillen Gebets, verbietet. Der Gesetzgeber lehnte einen Änderungsantrag ab, Gebete und „einvernehmliche Gespräche“ als erlaubt gelten zu lassen.

Laut dem Internetauftritt der „The Washington Times“ kritisieren die Gegner des Gesetzes dessen Verabschiedung als „einen Schlag gegen die individuelle Freiheit“ in Großbritannien: „Die heutige Abstimmung markiert einen Wendepunkt für die Grundrechte und -freiheiten in unserem Land", zitiert die Zeitung Jeremiah Igunnubole, Rechtsberater von ADF UK. Das Parlament habe sich entschieden, Zensur zu unterstützen und friedliche Aktivitäten wie das stille Gebet und einvernehmliche Gespräche zu kriminalisieren.“ Heute gehe es um Abtreibung, morgen könnte es „ein anderes umstrittenes Thema der politischen Debatte sein“, so Igunnubole. Denn die Regierung „sollte niemals in der Lage sein, jemanden für das Gebet zu bestrafen, geschweige denn für das stille Gebet und das friedliche und einvernehmliche Gespräch.“

"Normale Bürger als Kriminelle gebrandmarkt"

Die katholische Nachrichtenagentur „Catholic News Agency“ zitiert ihrerseits Alithea Williams, Leiterin der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit der „Gesellschaft zum Schutz des ungeborenen Lebens“: „Das Gesetz über die Pufferzone bedeutet, dass normale Bürger als Kriminelle gebrandmarkt und mit empfindlichen Geldstrafen belegt werden, wenn sie friedlich Zeugnis ablegen und Frauen in Not helfen.“ Viele Kinder lebten heute, „weil ihre Mutter Hilfe und Unterstützung von einer mitfühlenden Pro-Life-Person außerhalb einer Klinik erhalten hat“, ergänzte sie. Williams postete auf Twitter: „Viele Frauen fühlen sich zu einer Abtreibung gedrängt oder genötigt, und Pro-Life-Mahnwachen geben ihnen eine Wahl. Jetzt hat man ihnen diese Wahlmöglichkeiten genommen.“

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Meldung Catholic News Agency (CNA) Isabel Vaughan-Spruce Lebensschutz

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