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Gottesdienstverbot und Lockdown in der Slowakei

Katholische Bischöfe zeigen sich von der Regierung enttäuscht und erinnern an gegenteilige Versprechen.
Eduard Heger, Ministerpräsident der Slowakei
Foto: Jaroslav Novák (TASR) | Die Regierung der Slowakei unter Ministerpräsident Eduard Heger hat im Zuge des erneuten Lockdown wieder öffentliche Gottesdienste verboten.

Anders als im Nachbarland Österreich sind in dem am Mittwoch ausgerufenen und ab heute geltenden Lockdown in der Slowakei alle öffentlichen Gottesdienste verboten. Die katholischen Bischöfe des Landes kritisieren daraufhin die Regierung: „Der erneute Lockdown ist eine große Enttäuschung.“ Seit dem Beginn der Pandemie habe die slowakische Bischofskonferenz sowohl die Einhaltung der Maßnahmen als auch die Impfung für alle, die diese wollen, unterstützt. Die Regierung habe der Kirche versprochen, dass es zu keinem neuerlichen Gottesdienstverbot kommen werde, heißt es seitens der Bischofskonferenz. Bereits zu Jahresbeginn waren öffentliche Gottesdienste seitens der Regierung über mehrere Monate verboten.

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Sehr verbittert

Wörtlich heißt es in der nun veröffentlichten Erklärung der slowakischen Bischofskonferenz: „Wir sind sehr verbittert, dass es in einer Situation, in der viele andere Lebensbereiche offen bleiben, wieder passiert.“ Das Gottesdienstverbot müsse „so schnell wie möglich zurückgerufen“ werden. In der Slowakei bekennen sich etwa 66 Prozent der 5,5 Millionen Einwohner zur katholischen Kirche.

Mit dem am Donnerstag beginnenden, zweiwöchigen Lockdown reagiert die slowakische Regierung auf die stark steigenden Corona-Infektionszahlen: Allein am Mittwoch gab es mehr als 10.000 bestätigte Neuinfektionen. Die Kirchen dürfen zwar weiter individuell Seelsorge, Beichte und Kommunionspendung anbieten, Gottesdienste dürfen nun aber nur online oder in Fernsehen und Rundfunk übertragen werden. DT/sba

 

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