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Für Armenien geht es um die Existenz

Der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan wirft der EU Doppelmoral vor und hofft auf internationale Hilfe für Armenien.
Angriffe Aserbaidschans auf Armenien
Foto: IMAGO/Alexander Patrin (www.imago-images.de) | Das Ziel der aserbaidschanischen Offensive ist es, einen Korridor quer durch Armenien zu der an die Türkei grenzenden Exklave Nachitschewan zu schaffen.

Nach zwei Tagen blutiger Angriffe Aserbaidschans auf sein westliches Nachbarland Armenien wurde am Mittwoch der Vorwoche eine Waffenpause verkündet. Der armenisch-apostolische Bischof Tiran Petrosyan geht im Gespräch mit der „Tagespost“ jedoch davon aus, dass es sich nur um eine kurze „Kampfpause“ handelt und die nächste Eskalation bereits bevorsteht. Dörfer und Städte im Grenzgebiet seien evakuiert worden, doch die Männer seien geblieben und kampfbereit. In der Frage der Verteidigung des Vaterlands seien sich alle Armenier einig, so der Bischof.

Aserbaidschans Aggression klar verurteilen

Das Ziel der aserbaidschanischen Offensive sei, einen Korridor quer durch Armenien zu der an die Türkei grenzenden Exklave Nachitschewan zu schaffen. Damit würde Armenien in zwei Teile zerschnitten – und die Türkei könnte Aserbaidschan unbeobachtet und direkt schwere Waffen liefern. „Das wäre nicht nur für Armenien, sondern für die gesamte Region äußerst gefährlich“, sagt Bischof Tiran Petrosyan.

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Der armenische Bischof wirft der EU eine „unverständliche und inakzeptable Doppelmoral“ vor: „Es gibt Sanktionen gegen Putin, der Krieg gegen die Ukraine führt, aber ein Abkommen mit Alijew, der Krieg gegen das demokratische Armenien führt.“ Statt Geld- und Waffenlieferungen an Baku, müsste es Sanktionen geben.

Nur eine klare Verurteilung der aserbaidschanischen Aggression, eine starke und unmissverständliche Reaktion der Weltgemeinschaft könnten eine weitere Eskalation der Situation vor Ort verhindern. Die Vereinten Nationen und die OSZE sollten Beobachter an der Grenze installieren, um sich selbst ein Bild zu machen.  DT/sba

Lesen Sie einen ausführlichen Hintergrundbericht zum Krieg im Kaukasus und zur Zukunft Armeniens in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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