Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

Flüchtlingspolitik: US-Bischöfe kritisieren Trump

Nicht einmal halb so viele Flüchtlinge wie in den vergangenen Jahren will die US-Regierung 2018 aufnehmen. Die katholischen Bischöfe sehen diese Politik als unvereinbar mit der christlichen Lehre.
Vor Besuch von US-Präsident in kalifornischer Grenzregion
Foto: Gregory Bull (AP) | 05.03.2018, USA, Kalifornien, Calexico: Ein Arbeiter blickt durch die Lücke zwischen einem neuen Grenzzaun und dem alten entlang der US-amerikanischen Grenze zwischen Calexico (USA) und Mexicali (Mexiko).

Die amerikanische Bischofskonferenz hat Bedenken aufgrund der ungewöhnlich niedrigen Zahl von Flüchtlingen geäußert, die unter der Regierung des amtierenden US-Präsidenten Donald Trump ein Bleiberecht erhalten hätten. Menschen, die vor Gefahr flüchteten, würden so einem Risiko ausgesetzt. Der Kurs der Regierung in der Flüchtlingspolitik sei nicht mit der christlichen Lehre vereinbar, Fremde willkommen zu heißen. „Die aktuellen Zahlen von Neuankömmlingen führen dazu, dass Tausende bedrohter Personen weiter in Gefahr schweben und Schutz suchen“, so Joe Vasquez, Bischof im texanischen Austin und Vorsitzender des Migrationskomitees der US-Bischöfe. Meistens handele es sich bei den Gefährdeten um Frauen und Kinder. Für sie sei es zu gefährlich, in ihrer Heimat zu bleiben.

Ihre Bedenken brachten die Bischöfe in einem Brief an die Leiterin der Heimatschutzbehörde, Kirstjen Nielsen, sowie an das Außenministerium zum Ausdruck. „Als Christen ist unser Einsatz für Flüchtlinge ein integraler Bestandteil unseres Lebens und Glaubens“, hieß es in dem Schreiben der Bischöfe. Daher fordere man die US-Regierung dazu auf, eine überparteiliche Einigung zur Verteilung von Flüchtlingen, unter ihnen auch Angehörige religiöser Minderheiten, zu erneuern.

In der Vergangenheit überstieg die durchschnittliche Zahl an Flüchtlingen, die ein Bleiberecht in den USA erhielten, 95 000 pro Jahr. Für das Fiskaljahr 2018 hat die Regierung Trump diese Zahl auf maximal 45 000 begrenzt. Bis Mitte März waren jedoch nur 9 616 Flüchtlinge akzeptiert worden. Der jüngste Trend zeige, dass sich die politische Führung des Landes nicht mehr um humanitären Schutz und die internationale Religionsfreiheit kümmere, kritisierten die US-Bischöfe.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Bischof Bleiberecht Christentum Donald Trump Katholizismus US-Regierung

Weitere Artikel

Der wichtige konservative US-Publizist William F. Buckley jr. wurde vor 100 Jahren geboren. Ob er sich heute noch mit den Republikanern anfreunden könnte?
08.12.2025, 15 Uhr
Sebastian Sasse
Am 22. Oktober ist Giorgia Meloni drei Jahre im Amt. Italien erlebt seitdem eine unerwartete politische und wirtschaftliche Stabilität. Kulturell setzt sie christliche Akzente.
20.10.2025, 16 Uhr
Marco Gallina

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting