Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berlin

Familienministerin Spiegel: Werbeverbot für Abtreibung schnell abschaffen

§219a stigmatisiere Frauen und kriminalisiere Ärzte, meint die neue Frauen- und Familienministerin. Demonstrationen von Lebensrechtlern vor Abtreibungskliniken kritisiert sie deutlich.
Familienministerin Anne Spiegel
Foto: Christoph Soeder (dpa Pool) | Spiegel, Mutter von vier Kindern, erklärte, Themen der „sexuellen Selbstbestimmung“ seien für sie „eine Frage der Haltung“.

Die neue Bundesfrauen- und Familienminister Anne Spiegel hat angekündigt, das Werbeverbot für Abtreibung schnell abschaffen zu wollen. Im Gespräch mit der linken Tageszeitung „taz“ erklärte sie am Mittwoch: „Die Abschaffung des Paragrafen 219 a des Strafgesetzbuchs, mit dem Frauen stigmatisiert und Ärztinnen und Ärzte kriminalisiert werden, steht zum Beispiel schnell auf dem Programm.“

Auch Transsexuellengesetz soll abgeschafft werden

Sie wolle sich dazu bald mit dem Bundesjustiziminister Marco Buschmann (FDP) besprechen, so die Grünen-Politikerin weiter. Auch die Abschaffung des Transsexuellengesetzes, die ebenfalls das Justizministerium betreffe, solle zügig umgesetzt werden. Das Gesetz regelt bislang, dass transsexuelle Personen zwei Gutachten einreichen müssen, ehe sie ihren Vornamen und ihr eingetragenes Geschlecht ändern können. 

Lesen Sie auch:

Bereits im Koalitionsvertag hatten die Ampel-Parteien festgehalten, das Werbeverbot für Abtreibung streichen zu wollen. In dem Papier heißt es: „Ärztinnen und Ärzte sollen öffentliche Informationen über Schwangerschaftsabbrüche bereitstellen können, ohne eine Strafverfolgung befürchten zu müssen. Daher streichen wir § 219a StGB.“

Spiegel, Mutter von vier Kindern, erklärte weiter, Themen der „sexuellen Selbstbestimmung“ seien für sie „eine Frage der Haltung“. Auch habe sie nichts dagegen, wenn es inhaltlich „mal hart zur Sache geht“. Mit deutlichen Worten kritisierte die 41-Jährige jedoch Demonstrationen von Lebensrechtlern vor Abtreibungskliniken: „Wenn etwa vor gynäkologischen Praxen, die Schwangerschaftsabbrüche vornehmen, Menschen stehen, die ungewollt Schwangere sowie ihre Ärztinnen und Ärzte anfeinden, ist für mich eine rote Linie überschritten. Da werden Menschen diffamiert.“ Dies sei „völlig indiskutabel“.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung FDP Lebensschutz Marco Buschmann

Weitere Artikel

Österreichs Regierungsfraktionen wollen vermeintliche „Gehsteigbelästigung“ durch Lebensschützer geprüft wissen.
27.03.2026, 10 Uhr
Meldung
Vor 50 Jahren trat die Zweite Reform des § 218 StGB in Kraft. Mit ihr gab der Gesetzgeber die Pflicht des Staates, das Leben ungeborener Menschen zu schützen, de facto auf.
22.06.2026, 07 Uhr
Stefan Rehder

Kirche

Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser
Dass die katholische Kirche angesichts der Krise in Ceuta als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird, liegt vor allem an Erzbischof Rocha. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.
11.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Die Laienpredigt ist vom Vatikan nicht erlaubt. Wenn er davon erfahre, dass nicht geweihte Menschen predigten, werde er aber nicht disziplinarisch eingreifen, so der Mainzer Bischof.
11.08.2026, 06 Uhr
Meldung
Wilhelm II. besuchte 1898 Jerusalem. Was sich daraus über die religionspolitischen Ziele des Kaisers lernen lässt.
10.08.2026, 09 Uhr
Benjamin Hasselhorn