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Fall Fernandes/Ulmen: Der selektive Feminismus schlägt zu

Die heutige Plenardebatte im Bundestag dürfte offenbaren, wie ernst es den selbsternannten Feministinnen mit ihrem Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen ist.
Collien Fernandez und Christian Ulmen
Foto: IMAGO / Sven Simon | Was Collien Fernandez erlebt hat, ist niemandem zu wünschen. Wenn es tatsächlich ihr Ex-Ehemann Christian Ulmen war, der Fake-Pornos mit ihrem Gesicht verbreitet hat, ist die seelische Verletzung noch größer.

Vielleicht wird das Ganze in der Zukunft einmal als Musterbeispiel für erfolgreiches Campaigning gelten: erst die Enthüllung, gefolgt von rasend schnellen Solidarisierungen, dann die Demonstration und jetzt der Gesetzesentwurf, den Justizministerin Hubig aus der Tasche zaubert, um jetzt ganz schnell „digitale Gewalt“ zu bekämpfen.

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Ja, was Collien Fernandes berichtet, ist grauenhaft und niemandem zu wünschen. Wenn es tatsächlich ihr Ex-Ehemann Christian Ulmen war, der Fake-Pornos mit ihrem Gesicht verbreitet und unter ihrem Namen entsprechende Profile in sozialen Netzwerken angelegt hat, ist die seelische Verletzung noch größer. Da gibt es nichts zu beschönigen. Aber abgesehen von diesem traurigen Einzelfall, bei dem sich die ganze Wahrheit erst noch herausstellen muss – die Staatsanwaltschaft Itzehoe in Hamburg hatte offenbar ein erstes Verfahren eingestellt, nachdem Fernandes keine Beweise für ihre Vorwürfe gegen Ulmen vorlegen konnte –, was haben wir in den letzten Tagen eigentlich Neues erfahren? Nichts. Dass Deepfakes existieren, ist seit Jahren bekannt. Dass sie reale Opfer fordern, konnte man ebenfalls vorher schon wissen, jedenfalls, wenn man wollte.

Die Fakten liegen seit Jahren auf dem Tisch

Kriminalwissenschaftler, Medienpädagogen und Erzieher schlagen seit Jahren Alarm, insbesondere mit Blick auf junge Menschen, die bereits in frühen Jahren mit Cybergrooming, Cybermobbing, (Kinder-)Pornografie und Co. konfrontiert werden und zum Teil tiefe seelische Wunden davontragen. Wo sind da die Demos, die starken Statements, die Promis, die ihr Gesicht für die gute Sache zur Verfügung stellen? Und warum gerade jetzt diese Eile?

Noch deutlicher wird das geballte Ausmaß der Scheinheiligkeit, wenn man sich das brüllende Schweigen vor Augen führt, mit dem die ganze linksfeministische Szene seit Jahren die steigende Zahl der Opfer realer Vergewaltigungen ignoriert. 788 Gruppenvergewaltigungen gab es laut Bundeskriminalamt in Deutschland 2024 – das sind zwei pro Tag. Der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger liegt bei 51 Prozent – deutsche Staatsangehörige mit Migrationshintergrund nicht einberechnet. Unter ihnen sind die am häufigsten registrierten Staatsangehörigkeiten Syrien, Afghanistan, Irak und Türkei.

Gruppenvergewaltigungen interessieren nicht

Gerade letzte Woche wurden zwei Fälle von Gruppenvergewaltigungen minderjähriger Mädchen in kommunalen Jugendeinrichtungen bekannt, einer in Neukölln, einer im kleinen Städtchen Gnarrenburg in Niedersachsen. Das Muster ist in beiden Fällen dasselbe: Überwiegend islamische Täter mit Migrationshintergrund vergewaltigen ein Mädchen und filmen die Tat auf ihren Handys. Die Verantwortlichen der Einrichtungen bringen die Tat jedoch nicht zur Anzeige, um eine Stigmatisierung muslimischer Täter zu verhindern.

Von den Ricarda Langs, Katharina Dröges und Luisa Neubauers, die sich im Fall Fernandes gegenseitig mit Superlativen der Empörung übertrumpfen, hört man zu diesen Fällen nichts. Kein Wort über das permanente Versagen des Rechtsstaats in Fällen, die nie zur Verhandlung kommen oder mit Bewährungsstrafen für die Täter enden. Klar: Diejenigen, die gegen die wachsende Unsicherheit für Frauen und Mädchen durch ungesteuerte Massenmigration protestieren, landen ja auch ganz schnell wegen „Hass und Hetze“ in der rechten Ecke.

Islam? Die Konservativen sind schuld!

Diese Fälle in Zusammenhang mit dem Fall Fernandez zu setzen, ist kein Whataboutism. Denn hier entlarvt sich die selektive Aufmerksamkeitsökonomie der selbsternannten Feministinnen dieser Republik, die sich ihre Opfer und Täter gerne so aussuchen, dass sie ihren politischen Zielen nicht in die Quere kommen. So sehr, dass man sich fragt, ob es hier wirklich um die Opfer von Gewalt geht und wer genau hier bekämpft wird. Für Josephine Ballon, die Geschäftsführerin der NGO HateAid, ist jedenfalls klar: „Antifeministisches Gedankengut“ finde man in verschiedenen extremistischen Bereichen, aber auch in „sehr konservativen Kreisen“, erklärte sie der „Tagesschau“. Und da sind sie wieder, die alten Stereotype, für die „konservativ“ und „frauenfeindlich“ synonym sind. 

Die linke Organisation HateAid, mit der auch Fernandez zusammenarbeitet, hat sich laut NIUS-Recherchen vor einigen Monaten mit Justizministerin Hubig getroffen, um über „digitale Gewalt“ zu sprechen. Alles konzertiert? Klar ist jedenfalls: Die Debatte um Klarnamenpflicht ist wieder angeheizt. Dabei sind pornografische Fotomontagen jetzt schon strafbar und ein Vorschlag zur verpflichtenden Speicherung von IP-Adressen zur Kriminalitätsbekämpfung liegt auf dem Tisch. Warum also auch die aus Sicht der Meinungsfreiheit hochproblematische Klarnamenpflicht ins Spiel bringen, die doch gerade auch die Anonymität von Betroffenen schützt?

Zum Offenbarungseid für die Möchtegern-Feministinnen unter den Politikerinnen könnte es jedenfalls bei der Plenardebatte im Bundestag zu Gewalt gegen Frauen und Mädchen am Mittwochnachmittag kommen. Wird es hier auch um die Opfer physischer Gewalt gehen? Wenigstens ein bisschen? Oder wie schnell wird frau sich hier auf „digitale Gewalt“ einschießen?

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Franziska Harter Deutscher Bundestag

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