Alle Jahre wieder diskutiert das Land am 8. März über Gender Pay Gap, Frauenquoten und gerechte Verteilung der „Familien- und Sorgearbeit“. Der Weltfrauentag ist ein Tag der großen Worte und Gesten. Da bringt sogar die christdemokratische Familienministerin Katrin Prien ein Ende des Ehegattensplittings ins Spiel und stellt damit eine jahrzehntelange CDU-Festung auf dem Kampfplatz der Familienpolitik zur Disposition. Wer die größten Feinde des Feminismus sind, ist klar: die Mutterrolle, der Ehepartner, ein „traditionelles“ Geschlechterbild.
Wer aber sind die größten Feinde der Frau? Nicht erst seit gestern dämmert es Angehörigen dieses Teils der Menschheit, dass das, was der Feminismus für gut befindet, nicht unbedingt deckungsgleich mit dem ist, was manche Frau fühlt und wünscht. Fangen wir von ganz hinten an: Mutterschaft gehört nicht zu den Feinden der Frau, ebenso wenig Männlichkeit an sich und die Ehe als lebenslange Verbindung zwischen Mann und Frau. Und auch weder Gender Pay Gap noch das Fehlen von Quoten für die Besetzung des Bundestages. Und noch nicht einmal die katholische Kirche, die stur daran festhält, nur Männer zu Priestern zu weihen.
Auf Platz 4: Der Reproduktionsmarkt
Die üblichen Verdächtigen wären also ausgeschlossen. Kommen wir damit also zum Podium der Top 4 der Frauenfeinde:
Auf Platz 4: der Reproduktionsmarkt, der Frauen als Gebärmaschinen und Reproduktionsmaterial betrachtet. Dieses Wochenende hat in Berlin wieder die „Wish for a Baby“-Messe stattgefunden. In Deutschland ist Leihmutterschaft zwar verboten, aber hier bahnen ausländische Leihmutterschaftsagenturen trotzdem fröhlich und unbehelligt von der Berliner Stadtverwaltung den Verkauf von Babys an deutsche Kunden an. Ein milliardenschwerer Handel, denn so ein Baby ist teuer. Ausgebeutet werden dabei unzählige Frauen, vor allem aus ärmeren Ländern. Kein noch so sehnlicher Kinderwunsch rechtfertigt diese Art des modernen Sklavenhandels, der sich auch in Deutschland ausbreitet.
Platz 3: Ein islamisch geprägtes Frauen- und Männlichkeitsbild
Platz 3 belegt ein islamisch geprägtes Bild vom Geschlechterverhältnis, das die Frau als Objekt und Eigentum des Mannes ansieht. Genitalverstümmelung, Kinderehe, Schleierzwang sind in vielen Teilen der Welt Realität, bis in westliche Gesellschaften hinein. Selbst im angeblich finsteren christlichen Mittelalter hatten Frauen eine bessere Rechtsstellung als heute in manchen islamischen Ländern – von islamistischen Staaten ganz zu schweigen. Und auch auf unseren Straßen, in Freibädern und in Beziehungen ist es seit der Migrationskrise für Frauen und Mädchen gefährlicher geworden.
Aber wer Sexualstraftaten und Co. allein als allgemeines Männlichkeitsproblem sieht, ignoriert, dass hier auch ein importiertes Männlichkeitsbild am Werk ist, das Frauen als Freiwild betrachtet. Das zeigen auch die Statistiken des Bundeskriminalamts, etwa das Bundeslagebild „Kriminalität im Kontext von Zuwanderung“ oder das Bundeslagebild „Geschlechtsspezifisch gegen Frauen gerichtete Straftaten“.
Platz 2 erhält die Translobby, mit freundlicher Unterstützung aus der Politik
Auf Platz 2 der Frauenfeinde: die Translobby, mit freundlicher Unterstützung der linken Parteien und der Europäischen Kommission. Dank dem Selbstbestimmungsgesetz der Ampelkoalition sind weibliche Schutzräume seit 2024 genau das nicht mehr. Dank der sehr stark vereinfachten Möglichkeit zur Änderung des Personenstandes können biologische Männer sich den Zugang zu weiblichen Schutzräumen erzwingen. Wer sich da als Sauna- oder Fitnessclub-Besitzer querstellt, muss im Zweifel mit einer Klage wegen Diskriminierung rechnen.
Die Europäische Kommission hat diese Woche pünktlich zum Weltfrauentag ihre neue Gender-Equality-Strategy 2026–2030 vorgestellt. Offenbar ist ihr dabei selber nicht aufgefallen, dass diese sich mit der EU-LGBTQ-Equality-Strategy 2026–2030 beißt. Denn man kann halt nicht gleichzeitig die Kategorie des biologischen Geschlechts durch eine ominöse Gender Identity ersetzen wollen und Frauen und Mädchen wirksam fördern und schützen.
Frauenfeind Nr. 1: Der Feminismus selbst
Damit sind wir beim Frauenfeind Nr. 1 angekommen: dem Feminismus selbst. Der Feminismus, der Frauen seit 1968 das Märchen erzählt, Frauen wären nur dann frei, wenn sie das überwinden, was sie zur Frau macht. Wenn sie immer und überall und mit wem auch immer Sex haben können. Es ist derselbe Feminismus, der Babys und feste Partner als lästige Karrierehemmer ansieht und Verantwortung mit Zwang verwechselt. Die jüngeren Anhängerinnen verstehen allerdings zunehmend, dass die Pille vielleicht gar nicht so frauenbefreiend war, wie man ihnen einreden wollte.
Es ist der Feminismus einer Simone de Beauvoir, der die Weiblichkeit loswerden wollte und damit auch echte Männlichkeit verdrängt hat. Nämlich eine Männlichkeit, die beschützt, versorgt, den anderen wachsen lässt, ein sicherer Hafen ist. Was übrig bleibt, wenn das alles weg ist: das hedonistische Raubtier. Eines, das der Feminismus miterschaffen hat, weil er alle die Leitplanken über Bord geworfen hat, die unsere Zivilisation im Laufe der Jahrhunderte errichtet hat, um Frauen und Kinder zu schützen.
Dieser Feminismus hat in eine Sackgasse geführt
Das Idealbild dieses Feminismus war die ungebundene, sexhungrige Karrierefrau, die auf ihre wechselnden Männchen herabschaut. Dieser Feminismus hat in eine Sackgasse geführt. Denn man kann nicht alles Weibliche abschaffen und gleichzeitig erwarten, dass Männer Frauen respektieren. Man kann auch nicht Männer verachten und gleichzeitig von ihnen Achtung verlangen.
Denn das ist die wahre Macht der Frauen: Toxische Weiblichkeit schafft toxische Männlichkeit. Aber auch umgekehrt: Die tugendhafte Frau erschafft den ritterlichen Mann. Hieß es früher einmal. Lohnt es sich vielleicht, dieses Ideal wiederzuentdecken?
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