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Explosiver Balkan

Von Moskau genährt und gefördert, setzen die serbischen Nationalisten in Belgrad und Banja Luka auf die Destabilisierung des Kosovo wie auch Bosniens.
Von kosovarischen Behörden sichergestellte Waffen
Foto: IMAGO/Vudi Xhymshiti (www.imago-images.de) | Kosovarische Behörden haben in der Stadt Mitrovica Waffen einer mutmaßlichen serbischen Terroristen-Gruppe sichergestellt.

Zwischen Serbien und dem Kosovo brodelt es immer, aber der mörderische Zwischenfall vom Sonntag sprengt die üblichen Kategorien. Da gab es ganz offensichtlich eine militärische Kommandoaktion, die aus kosovarischer Sicht nicht anders denn als Terrorakt gewertet werden kann. Serbiens Präsident Aleksandar Vučić, der mit mindestens einem der kosovo-serbischen Angreifer seit vielen Jahren in engem Kontakt steht, goss zusätzlich Öl ins Feuer, indem er den Terrorakt verharmloste, die kosovarische Regierung für die zunehmende Gewalt verantwortlich machte und bekräftigte, Serbien werde die Unabhängigkeit des Kosovo niemals anerkennen.

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Offenkundig ist: Es gibt eine latente Kriegsgefahr auf dem Balkan, und es gibt Kräfte, die genau daran überaus interessiert sind. Im Fall des Kosovo betreibt Serbiens Präsident eine permanente Eskalation; im Fall Bosnien-Herzegowinas tut dies der Führer der bosnischen Serben, Milorad Dodik. Beiden gemeinsam ist nicht nur ihr serbischer Nationalismus und ihre biografische Nähe zum früheren serbischen Diktator Slobodan Milošević und seinem Handlanger in Bosnien, Radovan Karadžić, sondern auch die politische und ideologische Verbundenheit mit Wladimir Putin.

Ein brandgefährliches Machtspiel

Wer nach den Ursachen für die Destabilisierung des Balkans sucht, wird hier fündig: Der (groß-)serbische Nationalismus, der vor drei Jahrzehnten Südosteuropa in Blut und Tränen tauchte, ist noch immer ein hochexplosiver Faktor, weil er von Moskau gezielt genährt und gefördert wird. Das vereinte Europa war und ist mit sehr viel Geld, Geduld und guten Ratschlägen auf dem Balkan präsent, aber Putin und seine serbischen Verbündeten in Belgrad und Banja Luka spielen ihr eigenes, brandgefährliches Spiel.

Jetzt, im Schatten des großen russischen Kriegs gegen die Ukraine, hofft so mancher kleine Despot, seine Macht- und Eroberungsgelüste ausleben zu können, ohne dass ihm jemand in den Arm fällt. Der aserbaidschanische Diktator Ilham Aliyev hat im Kaukasus bereits demonstriert, was möglich ist, wenn man sich mit Putin und Erdoğan arrangiert. Die großserbischen Ideologen in Belgrad und Banja Luka könnten – davon inspiriert – ihre Träume Wirklichkeit werden lassen, indem sie den Kosovo und Bosnien-Herzegowina mit Terror und Gewalt destabilisieren.

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Stephan Baier Nationalisten Terroranschläge Wladimir Wladimirowitsch Putin

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