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Erzbischof von Bangui: Zentralafrika verdankt Wahlen dem Papst

Im Bürgerkriegsland Zentralafrika hat sich die Lage nach Worten von Dieudonne Kardinal Nzapalainga, Erzbischof von Bangui, seit dem Papstbesuch Ende 2015 deutlich verbessert. Allerdings sei der Grundkonflikt weiter ungelöst, sagte er im Interview mit Kathpress.
Erzbischof von Bangui, Dieudonne Nzapalainga geht vor Papst Franziskus
Foto: Claudio Peri (ANSA) | Der Erzbischof von Bangui, Dieudonne Nzapalainga (L), geht von Papst Franziskus (R) weg, nachdem er das Pallium während der Feier der Messe zum Fest der römischen Schutzheiligen Petrus und Paulus in der Basilika St.

Mit großem Mut und gegen alle Sicherheitsbedenken sei Papst Franziskus in einer Zeit der Unruhen gekommen, auch zu den Muslimen und Aufständischen, erinnerte Nzapalainga. Es habe völlige Ruhe geherrscht, auch im Unruheviertel Kilometre-Cinq. Die mehrheitlich muslimischen Jugendlichen und selbst die Rebellen hätten dem Papst zugejubelt, so der Erzbischof der Hauptstadt.

Der Besuch habe auch entscheidend zur Ermöglichung freier Wahlen beigetragen. Freilich kontrolliere der 2016 gewählte Präsident Faustin Archange Touadera nur 20 Prozent des Landes, sagte der Kardinal; in anderen Gebieten hätten bewaffnete Gruppen das Sagen.

Kirchliche Organisationen sprechen von 600.000 Binnenvertriebenen und 480.000 Flüchtlingen ins Ausland. Die Rebellen hätten Barrikaden errichtet, und sie kooperierten mit Söldnertruppen aus dem Sudan und aus dem Tschad. Die Religionsfrage sei in den Hintergrund getreten. Es gehe um die Bodenschätze, Gold und Diamanten.

Kardinal Nzapalainga ist in engem Kontakt mit Imam Oumar Kobine Layama und setzt sich gemeinsam mit diesem für Frieden zwischen Muslimen und Christen ein. Beide nahmen in Wien an einer Konferenz von Religionsführern im Dialogzentrum KAICIID teil. Ohne dies beabsichtigt zu haben, seien die Religionsführer zu hohen Autoritäten und zu einem Anker der Stabilität des Landes geworden, so der Kardinal.

Die Zentralafrikanische Republik, einst französische Kolonie, gehört heute zu den ärmsten Ländern der Welt. Seit dem Sturz von Präsident Francois Bozize 2013 kommt es immer wieder zu Kämpfen zwischen muslimischen und christlichen Rebellen.

KNA / jbj

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