Erneuter Farbanschlag auf Freikirche

In Leipzig wird ein weiterer Farbanschlag auf eine Freikirche verübt. Betroffen ist die charismatische "TOS Gemeinde Leipzig".
Graffiti an Fassade der Freikirche
Foto: TOS Leipzig | Polizeiangaben zufolge wurden mit pinker Farbe gefüllte Christbaumkugeln an die Fassade der Freikirche geworfen.

In Leipzig hat es erneut einen Farbanschlag auf eine Freikirche gegeben. Wie das evangelische Nachrichtenportal "idea" berichtet, beschmierten Unbekannte am 9. März die charismatische „TOS Gemeinde Leipzig“. Nach Polizeiangaben wurden mit pinker Farbe gefüllte Christbaumkugeln an die Fassade geworfen. Betroffen sei eine Fläche von 6 mal 20 Metern. Der Staatsschutz ermittle wegen Sachbeschädigung. Das Pastorenehepaar der Gemeinde, Stefan und Dorothee Haas, wandte sich in einem Offenen Brief an die unbekannten Täter. Man sei „schockiert über den blinden Hass und die Zerstörungswut, mit der Sie Menschen bekämpfen, die Sie gar nicht kennen“. Vermutlich sei der Anschlag Teil einer feministischen Kampagne gegen Abtreibungsgegner. Man habe auch nach der Farbbeutel-Attacke nichts gegen die Täter. Sie seien stattdessen gerne zu Kaffee und Kuchen, einem Gespräch und auch zu den Gottesdiensten eingeladen, „in denen übrigens fast 50 Prozent der Predigten von verschiedenen Frauen gehalten werden“. Die TOS ist eine evangelische Freikirche mit weltweit zehn Gemeinden, davon fünf in Deutschland, sowie weiteren Gebets- und sozialen Diensten. Sie ist aus dem Verein „Tübinger Offensive Stadtmission“ entstanden, der 1987 von Jobst und Charlotte Bittner gemeinsam mit drei weiteren Ehepaaren gegründet wurde.

Bereits in der Nacht zum 6. März war ein Anschlag auf das Haus der Evangelisch-Freikirchlichen Gemeinde Jacobstraße (Brüdergemeinde) und das Wahlkreisbüro des evangelischen Landtagsabgeordneten Ronald Pohle (CDU) verübt worden. Laut der Polizei wurden am Gemeindehaus sechs Fenster durch Steinwürfe zerschlagen und die Fassade mit grün-gelber Farbe beschmiert. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 2.000 Euro. Das CDU-Büro war zum zweiten Mal innerhalb weniger Wochen betroffen.

DT/idea

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