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Die vergessenen Frauen

Bereits seit Tagen wird auf den Weltfrauentag aufmerksam gemacht. Und wie die Jahre zuvor, sind es immer dieselben Parolen. Natürlich herrscht nicht überall eitel Sonnenschein. Aber warum richtet man den Blick nicht über den westlichen Tellerrand hinaus? Ein Kommentar.
Internationaler Frauentag
Foto: El Universal (El Universal via ZUMA Wire) | Frauen bemalen die Metallbarrieren des Nationalpalastes in Mexico-City mit Namen von Opfern von Femiziden.

Alle Jahre wieder rollt es an, das große „Mimimi“ westlicher Frauen, in Form von Millionen Posts auf den Social-Media-Plattformen anlässlich des Weltfrauentags. Damit es nur ja niemandem entgeht, wird bereits seit Tagen auf den feministischen Kampftag aufmerksam gemacht. Und wie die Jahre zuvor, sind es immer dieselben Parolen: Noch immer hat das Patriarchat die Gesellschaft fest im Griff, Frauen wollen keine Rosen, sondern Führungspositionen, Frauen sind Männern immer noch nicht ganz gleichgestellt.

Das Märchen von der freiwilligen Prostitution hält sich hartnäckig

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Natürlich herrscht nicht überall eitel Sonnenschein, es gibt bei uns Gewalt gegen Frauen, zum Beispiel vermehrt in Form von Hass im Netz, und Sexismus. Doch warum richtet Frau und auch Mann den Blick nicht einmal über den westlichen Tellerrand? In vielen islamistisch geprägten Ländern gib es Millionen von zwangsverschleierten Frauen und minderjährigen Mädchen, die gegen ihren Willen an viel ältere Männer verheiratet werden. In Teilen von Afrika, im Jemen, in Irak, Indonesien werden laut Schätzungen insgesamt um die drei Millionen Mädchen jährlich genitalverstümmelt. 

Das Märchen von der freiwilligen Prostitution hält sich hartnäckig. Doch die Fakten sprechen für sich: Studien gehen davon aus, dass in Deutschland der Anteil derer, die sich aufgrund von Zwängen prostituieren, bei 90 bis 95 Prozent liegt. Diesem Unrecht könnte die Politik durch ein Gesetz, das den Kauf von Sex verbietet, entgegenkommen.

Welche Frauen niemals vergessen werden dürfen

In vielen Ländern werden Frauen von Geburt an vernachlässigt, schlechter ernährt und versorgt und dürfen nicht zur Schule gehen. In Indien ist die Diskriminierung des weiblichen Geschlechts besonders hoch: Jedes Jahr werden zwei Millionen Mädchen abgetrieben, ermordet und tödlich vernachlässigt. China und Indien haben sich durch die sogenannte selektive Abtreibung einen Namen gemacht. Shubha Murti, die Leiterin der SOS-Kinderdörfer in Asien, schreibt: „Obwohl es in Indien verboten ist, lassen viele Eltern bereits vor der Geburt das Geschlecht des Babys ermitteln und treiben ab, wenn es ein Mädchen ist.“ Die Folgen dieser Diskriminierung: Dem Land fehlen 63 Millionen Frauen, um ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis zu haben. 

Diese Ungerechtigkeiten sollten sich die „Empowerment“-Ruferinnen unserer Breitengrade einmal auf der Zunge zergehen lassen! Der Weltfrauentag sollte künftig genutzt werden um auf die abgetriebenen, genitalverstümmelten oder zwangsverheirateten Frauen aufmerksam zu machen, sonst verdient er das Wörtchen „international“ nicht. Diese Frauen dürfen von uns niemals vergessen werden. 

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