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Die Reichsbürger und die Alarmsirene

Die Reichsbürger -Szene ist ein Symptom: Die grundsätzliche Kritik an unserem System wächst.
Razzia gegen Reichsbürger-Szene - Frankfurt
Foto: Boris Roessler (dpa) | Bei einer Razzia gegen Reichsbürger wurde Heinrich XIII Prinz Reuß verhaftet. Die Umsturzpläne des Adeligen mögen operettenhaft wirken, dennoch sind sie ein Symptom.

Gerade schrillten überall in Deutschland die Sirenen. Es ist Warntag, es wird getestet, ob alles funktioniert, wenn es zum Katastrophenfall kommen sollte. Vielleicht war gestern, als die Sicherheitsbehörden massiv gegen die Reichsbürger -Szene vorgingen, der eigentliche Warntag. Gewiss, die ganze Szene wirkt skurril und die Umsturzpläne muten eher als ein Operetten-Putsch an. Trotzdem besteht kein Grund zum Lachen. Die Reichsbürger muss man als ein Symptom sehen. Unser Land wird immer mehr zu jenem "gärigen Haufen", als den Alexander Gauland einst seine Partei, die AfD, beschrieben hatte.

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Systemüberwindung als Ziel

Es gärt an allen Ecken. An der einen die Reichsbürger, an einer anderen aber auch die Aktivisten der "Letzten Generation", die ebenfalls auf Systemüberwindung setzen. Natürlich kann man beide Phänomene nicht gleich setzen. Aber die Gegenüberstellung zeigt: Es gibt immer mehr Gruppen in der Gesellschaft, die unsere freiheitliche Gesellschaftsordnung als feindliches System betrachten, die sich aus unserem demokratischen Grundkonsens verabschieden. Warum ist das so? Bisher gibt es kaum überzeugende Antworten. Die werden aber dringend gebraucht. Wir müssen verstehen, was in unserer Gesellschaft geschieht. Sich zurücklehnen und über einen abgehalfterten Prinzen lachen, das reicht nicht. Es ist gut, dass die Alarmsirenen schrillen.

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