Sollte man noch Kinder in diese Welt setzen? Was früher für die meisten selbstverständlich war, wird heute oft hinterfragt, zergrübelt, vertagt – bis es schließlich zu spät ist. Die linke US-Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez versucht sich mehr Zeit zu verschaffen, indem sie ihre Eizellen einfrieren lässt. So kann sich die 36-Jährige ganz auf ihre politische Karriere konzentrieren. Ganz anders Trumps bisherige Pressesprecherin Karoline Leavitt: Die 28-Jährige entschied sich für Kinder statt Karriere und wird nun, gut drei Monate nach der Geburt ihres zweiten Kindes, von ihrem exponierten Amt zurücktreten, um sich ganz der Familie zu widmen.
Die völlig unterschiedlichen Entscheidungen der zwei so gegensätzlichen politischen Talente Ocasio-Cortez und Leavitt wurden in den öffentlichen Reaktionen oft zum Anlass genommen, um erneut die Frage der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu reflektieren. Der Erkenntniswert dürfte gering sein, stehen doch beide Frauen nicht stellvertretend für den Kampf durchschnittlicher amerikanischer Paare mit den schwierigen finanziellen und gesetzlichen Rahmenbedingungen in Sachen Familiengründung.
Die Demokraten habe lange Ängste geschürt
Viel aufschlussreicher ist dagegen, dass Leavitt, stramme Konservative und praktizierende Katholikin, ihre hochrangige Position innerhalb der Trump-Regierung gar nicht erst davon abgehalten hat, zwei Kinder zu bekommen, im Gegensatz zur äußerst linken Ocasio-Cortez, die fundamental andere Prioritäten setzt. Hier handelt es sich nicht um Einzelfälle: Studien belegen, dass konservative Frauen in den USA mehr Kinder bekommen als linksliberale. Und der Unterschied ist in den vergangenen 15 Jahren sogar noch gewachsen.
Warum ist das so? Vielleicht haben Konservative derzeit einfach die ansprechendere, optimistischere Vision für die Zukunft. Und das, obwohl sie sich stets gegen das Label der Kulturpessimisten wehren müssen. Allerdings haben besonders die US-Demokraten lange zu punkten versucht, indem sie Ängste vor dem politischen Gegner schürten und negative Szenarien für die USA unter Trump heraufbeschworen. Vielleicht dürfen sie sich nicht wundern, dass ihre Wähler in diese düstere Welt, vor der sie warnen, keine Kinder setzen wollen.
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