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Auf „woke 1.0“ wird auch „woke 2.0“ folgen

Alexandria Ocasio-Cortez distanziert sich vermeintlich von woker Politik. Darauf sollte man nicht hereinfallen. Denn die potenzielle Präsidentschaftsanwärterin der Demokraten weiß genau, was sie tut.
Die New Yorker Kongressabgeordnete Alexandria Ocasio-Cortez
Foto: IMAGO / SOPA Images | Alexandria Ocasio-Cortez, meist nur „AOC“ genannt, dürfte ihre Distanzierung von „woke“ nicht ohne Hintergedanken vorgenommen haben.

Auch bei der linken US-Demokratin Alexandria Ocasio-Cortez scheint angekommen zu sein, dass sich der politisch-kulturelle Wind gedreht hat. Sie distanzierte sich jüngst von dem von führenden Vertretern ihrer Partei und ihrem Umfeld gepredigten „Wokeismus“. In den Worten der 36-jährigen Kongressabgeordneten: „Woke 1.0 was crazy.“ Verrückt sei sie also gewesen, die erste Phase woker Politik.

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Diese Erkenntnis ist zunächst einmal zu begrüßen, zeigt sie doch, dass selbst prominente Protagonisten vom äußersten linken Flügel der US-Demokraten begriffen haben, dass sie in den vergangenen Jahren mit den radikalen Auswüchsen der Identitätspolitik, überbordender politischer Korrektheit und einem in vielen Themen immer weiter eingeengten Meinungskorridor über das Ziel hinausgeschossen sind – und dabei zahlreiche einstige Stammwähler verloren haben.

Wer von „woke 1.0“ spricht, denkt bereits an „woke 2.0“

Doch Ocasio-Cortez, meist nur „AOC“ genannt, dürfte ihre Distanzierung von „woke“ nicht ohne Hintergedanken vorgenommen haben. Sie gilt als eine der aussichtsreichsten Kandidaten für die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten im Jahr 2028 und wird genau wissen, dass mit allzu extremen Positionen in der Mitte des amerikanischen Wahlvolkes kein Land zu gewinnen ist. Präsidentschaftswahlen werden aber genau dort entschieden, in den umkämpften Wechselwählerstaaten, wo „konservative Demokraten“ und „moderate Republikaner“ die besten Chancen haben, Stimmen aus dem gegnerischen Lager abzugreifen. 

Allzu große Hoffnungen, AOC werde sich nun grundsätzlich zur Mitte hin öffnen, sollte man sich ohnehin nicht machen. Denn wer von „woke 1.0“ spricht, denkt bereits an „woke 2.0“. Zu der Frage, wie das in der Praxis aussehen soll, hält sich AOC zwar noch bedeckt. Man sollte sich jedoch darauf gefasst machen, dass auch „woke“ drinsteckt, wo „woke“ draufsteht. Denn die aus New York stammende Politikerin kann sich gar nicht zu weit von ihren althergebrachten, als „progressiv“ geltenden Positionen entfernen, ohne Gefahr zu laufen, die Unterstützung des linken Parteiflügels der Demokraten zu verlieren.

Schon am Beispiel des amtierenden New Yorker Bürgermeisters Zohran Mamdani konnte man beobachten, wie sich mit charismatischem Auftreten, einem freundlichen Lächeln und professioneller Social-Media-Arbeit Wähler und Medien im In- und Ausland begeistern lassen. Der Preis: sozialistische und antiisraelische Politik durch die Hintertür. Auch Alexandria Ocasio-Cortez beherrscht das Spiel mit den Kameras und weiß, wie man im TikTok-Zeitalter punkten kann. Die Wähler sollten sich davon nicht blenden lassen. Sonst droht schon bald woke Politik durch die Hintertür.

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Maximilian Lutz Alexandria Ocasio-Cortez

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