Für seine neue Aufgabe als Koordinator der Geistlichen Assistenten des Päpstlichen Hilfswerks „Kirche in Not“ ist Friedrich Bechina bestens vorbereitet. 1966 in Wien geboren, arbeitete der zur Gemeinschaft „Das Werk“ (FSO) gehörende Priester über 20 Jahre im Vatikan. Vorher hatte er bereits sein Studium der Theologie 1996 mit der Doktorarbeit an der Päpstlichen Gregoriana-Universität abgeschlossen. So ist Rom früh zur zweiten Heimat Bechinas geworden.
Es folgten einige Jahre in der Seelsorge in Vorarlberg, bevor der Pater 2001 in die vatikanische Kongregation für das katholische Bildungswesen wechselte. Die Arbeit in der zweiten Sektion der Kongregation – die erste war für alle Schulen und voruniversitären Bildungseinrichtungen in kirchlicher Trägerschaft verantwortlich – führte Bechina in die Welt aller katholischen Universitäten, Fakultäten, Institute und Hochschulen auf der Welt ein, deren Errichtung und Statuten in Rom zu genehmigen waren. Er kümmerte sich um die internationale Zusammenarbeit und leitete einen Arbeitsbereich für Bildungsreformen, Staatskirchenrechtsfragen und Öffentlichkeitsarbeit. Wichtig war in diesem Zusammenhang die Heranführung der päpstlichen Universitäten an den Bologna-Prozess, das heißt die europaweite Vereinheitlichung von Studiengängen und Abschlüssen sowie die internationale Mobilität der Studenten.
Vertreter des Heiligen Stuhls
Im Jahr 2013 wurde Bechina Untersekretär der Bildungskongregation und gewann weiter an Gewicht im Vatikan. Er vertrat den Heiligen Stuhl im Europarat, bei der UNESCO und in verschiedenen internationalen Organisationen und Initiativen im Bereich der Hochschulbildung. Doch die Kurienreform beendete seine vatikanische Karriere. Die Kongregation für die Bildung und der Päpstliche Rat für die Kultur wurden 2022 zum Dikasterium für Kultur und Bildung zusammengelegt und der Pater schied im gleichen Jahr aus dem Dienst an der Kurie aus. Wieder hatte der Vatikan einen der wenigen profunden Kenner kirchlicher Verhältnisse im deutschen Sprachraum verloren.
Im neuen Amt, in das ihn die geistlichen Assistenten von „Kirche in Not“ gewählt haben, tritt er die Nachfolge von Pater Anton Lässer an, der das Amt über drei Jahre innehatte. Seine Erfahrung mit Projekten und Institutionen auf dem internationalen Parkett dürfte Bechina als Koordinator der Assistenten zugutekommen. Er trägt Mitverantwortung für die pastorale und spirituelle Ausrichtung des gesamten Hilfswerks, das als päpstliche Stiftung der geistlichen Begleitung der Arbeit Priorität beimisst. Er hat Projektanträge zu begutachten und ihre pastorale Sinnhaftigkeit zu prüfen.
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