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Klarer Kurs, Katholischer Journalismus
Archiv Inhalt Wahlen in Israel

Der doppelte Ausnahmezustand

Israels Gesellschaft ist gespalten wie nie. Bald wählt das Land ein neues Parlament. Dabei geht es nicht nur darum, ob der langjährige Premier Benjamin Netanjahu den Hut nehmen muss. Es geht darum, ob Israel eine liberale Demokratie bleibt.
Netanjahu vor Wahlen in Israel
Foto: IMAGO/Kobi Gideon/Israel Gpo (www.imago-images.de) | Israels Premierminister Benjamin Netanjahu bei einem Truppenbesuch Mitte April im Südlibanon. Israel selbst verändert sich im Krieg und durch den Krieg.

Israel befindet sich nicht nur in einem Krieg gegen Hamas, Hisbollah und den Iran. Das Land führt längst auch einen inneren Kampf um seine politische Identität, seine demokratischen Institutionen und die Frage, was aus dem zionistischen Projekt werden soll. Der 7. Oktober 2023 war dabei nicht nur ein traumatischer Einschnitt, sondern ein historischer Beschleuniger. Viele Entwicklungen, die bereits vorher sichtbar waren – die Polarisierung der Gesellschaft, die Radikalisierung nationalistischer Kräfte, die Schwächung liberaler Institutionen –, haben sich unter den Bedingungen des Krieges massiv verstärkt.

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