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Sprungbereite Feindseligkeit gegenüber Israel

Antichristliche Akte irritieren den ÖRR oder die linksliberale Medienöffentlichkeit in der Regel nicht einmal ansatzweise. Ein einziger Vorfall innerhalb der israelischen Armee geht hingegen um die Welt.
Durch einen israelischen Soldaten geschändete Christus-Statue
Foto: X | Ein israelischer Soldat hat im Süden Libanons eine Christus-Statue mit einem Hammer geschändet. Ein Foto der Tat ist seit Sonntag auf X in Umlauf.

Ein israelischer Soldat hat im Süden Libanons eine Christus-Statue mit einem Hammer geschändet. Ein Foto der schockierenden Tat ist seit Sonntag auf X in Umlauf. Sein Anblick ist für Christen, die in Jesus Christus ihren Gott und Heiland erkennen, schwer erträglich. Die israelische Armee hat die Echtheit des Bildes bestätigt und betont, dass das Verhalten des Soldaten in keiner Weise mit ihren Werten vereinbar sei.

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Ebenfalls auf X erklärten die „Israel Defense Forces“ (IDF), man sei „damit beschäftigt, die von der Hisbollah im Südlibanon errichtete terroristische Infrastruktur zu zerstören, und hat nicht die Absicht, zivile Infrastruktur, einschließlich religiöser Gebäude oder religiöser Symbole, zu beschädigen“. Israels Außenminister Gideon Saar bat um Entschuldigung für die „beschämende und schändliche Tat“.

Antichristliche Akte geschehen in Europa tagtäglich

Die Hisbollah operiert auch aus christlichen Dörfern im Süden Libanons heraus, die dadurch in die Schusslinie der israelischen Armee geraten. Zivile Infrastruktur trifft es also in jedem Fall. „Kollateralschäden“, heißt es dann. Dieselben Dörfer werden zur Zielscheibe von Hisbollah-Raketen, wenn sie der Terrororganisation den Zugang verweigern: Zerrieben zwischen Hammer und Amboss trifft es wie so oft die Christen unverschuldet am härtesten.

Genau deswegen ist es bezeichnend, dass „Spiegel“, „Zeit“ und Co. ausgerechnet diesen einen Vorfall ausführlich aufgreifen. 388 Millionen Christen sind heute weltweit von Einschränkungen der Religionsfreiheit bis hin zu blutiger Verfolgung betroffen, nur allzu oft durch islamistische Regime oder Terrormilizen, so in Syrien, Afghanistan oder Iran. In Nigeria sind in den letzten zwei Jahren weit über 3.000 Christen durch Islamisten getötet worden. Antichristliche Akte – Brandstiftung an Kirchen, zerschlagene Statuen, Fäkalien in Weihwasser – geschehen in Europa tagtäglich. All das irritiert den ÖRR oder die linksliberale Medienöffentlichkeit in der Regel nicht einmal ansatzweise. Ein einziger Vorfall innerhalb der israelischen Armee geht hingegen um die Welt. Das soll die Tat nicht relativieren – religiöser Fanatismus, egal welcher Herkunft, ist verurteilenswert.

Blind in Bezug auf den Zustand der Religionsfreiheit

Nur auffällig ist es schon: Die Welt ist rasch dabei, Vorfälle Israel betreffend groß zu skandalisieren. Das gleiche Muster zeigte sich, als am Palmsonntag dem Patriarchen von Jerusalem, Kardinal Pizzaballa, der Zugang zur Grabeskirche verweigert wurde. Da entdeckten auch solche Blätter ihre christliche Seele, die sie schon allzu lange unter Antiklerikalismus und religiöser Gleichgültigkeit vergraben hatten. Geflissentlich ließen auch die meisten Medienberichte die Tatsache aus, dass nicht nur Grabeskirche und Al-Aqsa-Moschee, sondern auch die jüdische Klagemauer aus Sicherheitsgründen für Publikum gesperrt waren.

Ja, christenfeindliche Vorfälle haben sich in letzter Zeit auch in Israel gehäuft. Aber die sprungbereite Feindseligkeit gegenüber Israel bei gleichzeitiger Blindheit in Bezug auf den Zustand der Religionsfreiheit seiner islamischen Nachbarn und vor der eigenen Haustüre sagen mehr über den Zustand der Medienöffentlichkeit aus als über die Sache selbst.

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