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Die grausamen Auswüchse der Polarisierung

Auch gescheiterte Attentate darf man nicht mit Schulterzucken hinnehmen. Der Mord an Charlie Kirk und die Reaktionen darauf haben gezeigt, wohin es führen kann, wenn eine Gesellschaft ihre Fähigkeit zur Mäßigung verliert.
Donald Trump und die Attentate
Foto: IMAGO / ABACAPRESS | Epstein, Iran, Inflation: Der US-Präsident hat derzeit überwiegend hausgemachte Probleme am Hals, sodass auch einstige Anhänger zunehmend hinterfragen, ob der mächtige Mann im Weißen Haus wirklich weiß, was er tut.

Zugegeben, es mag zynisch klingen: Aber der Attentatsversuch auf Donald Trump und führende Mitglieder der US-Regierung am vergangenen Wochenende während des „White House Correspondents‘ Dinner“ in der US-Hauptstadt Washington wird wohl nicht die langfristigen Auswirkungen auf die anstehenden Wahlkämpfe haben, wie etwa die Schüsse auf Trump im Juli 2024 in Pennsylvania. Und das liegt nicht primär daran, dass diesmal glücklicherweise niemand ernsthaft verletzt wurde – auch, weil die Sicherheitsbeamten blitzschnell reagierten.

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Bezeichnend für den derzeitigen Stand des politischen Diskurses

Doch auch wenn sich inzwischen bei dem ein oder anderen Beobachter schon eine gewisse Ermüdung, ja Abstumpfung breitmacht, wenn abermals Eilmeldungen von Attentatsversuchen auf hochrangige US-Politiker über den Nachrichtenticker laufen: Als Teil des politischen Alltags mit einem Schulterzucken hinnehmen sollte man sie nicht. Denn sie sind die grausamen Auswüchse einer in unversöhnliche Lager und Milieus gespaltenen Gesellschaft. Eine ungezügelte, zum Hass auf Andersdenkende anstachelnde Rhetorik in den sozialen Netzen, einigen Medienkanälen und auch von gewählten Volksvertretern treibt das Phänomen voran – auf beiden Seiten des politischen Spektrums.

In solch schrecklichen Momenten der politischen Gewalt bedarf es der verbalen Mäßigung. Und eines Rückbesinnens auf den kleinsten gemeinsamen Nenner an zivilisatorischen Werten, den man teilt. Wohin es führen kann, wenn dies ausbleibt, haben die erschreckenden, hämischen Reaktionen auf den Mord an Charlie Kirk gezeigt. „Enttäuschung“ darüber, dass das Attentat am Wochenende scheiterte, blieb bis dato zum Glück weitgehend aus. Bezeichnend für den derzeitigen Stand des politischen Diskurses, dass man darüber schon froh ist.

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