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Charles und Camilla: Britisch-europäische Trump(f)karten am Washingtoner Spieltisch

Donald Trump ist für seine Vorliebe für Kontakte und Beziehungen jenseits verfasster Zuständigkeiten bekannt. Kommen die britischen Royals genau richtig, um diplomatisch auf ihn einzuwirken?
Donald Trump mit dem britischen Königspaar Charles und Camilla
Foto: IMAGO / UPI Photo | Wenige wissen, dass Charles und Trump sich schon lange kennen. Es existieren Fotos, die Donald und Melania Trump beim Gespräch mit Charles auf einer Veranstaltung im MoMA in New York zeigen.

Die amerikanisch-britischen Beziehungen befinden sich auf einem historischen Tiefpunkt. Das war lange anders. Großbritannien galt der US-Regierung bis vor Kurzem als europäischer Brückenpfeiler im Meer der Wankelmütigkeit. Doch das ist vorbei. Spätestens seit dem amerikanisch-israelischen Alleingang im Iran-Konflikt herrscht Sendepause.

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Keir Starmers „Ich bin da raus“-Haltung geht einher mit einer europäisch abgestimmten Position, nach der Interventionen nur mit UN-Mandat und zur Friedenssicherung nach einem Waffenstillstand in Frage kommen, etwa um in der Straße von Hormus mit deutschen Spezialkräften Minen einzusammeln, die die Schifffahrt an einem der wichtigsten Wasserwege der Weltwirtschaft bedrohen.

Trump und Charles kennen sich schon länger

Und ausgerechnet bei einem PR-wirksamen Schulbesuch im sauerländischen Marsberg hat Bundeskanzler Merz sich passend zur Lage und vor laufenden Kameras zur Analyse hinreißen lassen, dass die Vereinigten Staaten in Iran von Beginn an konzeptlos agierten und jetzt den Ausgang nicht finden können. Man konnte meinen, die Downing Street führe geradewegs durchs Sauerland.

In dieser kniffligen Situation am Washingtoner Spieltisch internationaler Beziehungen liegen nun König und Königin oben – und könnten zu unverhofften Trumpfkarten werden. Oder besser: zu Trump-Karten. Denn der gerade dem dritten Attentat auf ihn glücklich entkommene US-Präsident kann gut mit König Charles und Königin Camilla – man kennt sich. Trump besuchte das Vereinigte Königreich unter Charles erst im vergangenen September offiziell als US-Präsident. Es gab ein Staatsbankett in Windsor Castle mit ca. 160 Gästen, eine Fahrt in der goldenen Kutsche und militärische Ehren. Trump äußerte sich sehr positiv über das britische Königshaus.

Doch wenige wissen, dass Charles und Trump sich schon viel länger kennen. Es existieren Fotos, die Donald und Melania Trump im Jahr 2005 beim Gespräch mit Charles auf einer Veranstaltung im MoMA in New York zeigen. Das ist der früheste belegte Kontakt. So sprach Trump tatsächlich die Wahrheit, als er gegenüber der BBC erklärte: „Ich kenne ihn gut, ich kenne ihn seit Jahren. Er ist ein mutiger Mann, und er ist ein großartiger Mann.“ Und Trump besuchte Charles, als dieser noch Prince of Wales war, 2017 in Großbritannien. Nach diesem Treffen beschwerte sich Trump übrigens, dass Charles ihn 90 Minuten lang über den Klimawandel belehrt habe – geplant waren eigentlich nur 15 Minuten.

Das politische Klima leidet unter globaler Kälte 

Trump ist der Präsident mit einer Vorliebe für Kontakte und Beziehungen jenseits politischer Gepflogenheiten und verfasster Zuständigkeiten. Wenn Keir Starmer bei seinem König den Primat der konstitutionellen Monarchie vor der US-Reise klug eingesetzt hat, dann ist Charles entlang der britisch-europäischen Linie gebrieft und befindet sich nicht nur in repräsentativer, sondern auch in diplomatischer Mission – mit welchem speziellen Auftrag auch immer. Noch einmal 90 Minuten mit dem Präsidenten über den Klimawandel sprechen: Das wäre von kaum zu überschätzender Bedeutung. Denn diesmal geht es beim Klima nicht um CO2 und „Global Warming“, sondern um das politische Klima mit einer globalen Kälte, wie es sie zuletzt vom Ende der vierziger Jahre bis zum Fall des Eisernen Vorhangs gab.

Königin Camilla trug bei der Ankunft eine Brosche, die schon Elisabeth II. bei ihrem Staatsbesuch 1957 angesteckt hatte. Ihr Besuch damals fand mitten im Kalten Krieg statt, und das britisch-amerikanische Bündnis war strategisch hoch bedeutsam. Zeitgleich hielt sich auch Premierminister Harold Macmillan in Washington zu dringenden Gesprächen über die Sowjetunion auf. Die Königin traf Präsident Dwight D. Eisenhower und Vizepräsident Nixon im Weißen Haus.

Ob Trump in diesen historischen Kategorien ansprechbar ist, darf mit guten Gründen bezweifelt werden – und steht in den Sternen des Banners. Den laufenden Versuch ist es mit den besten Wünschen der westlichen Welt in jedem Fall wert.

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Henry C. Brinker Donald Trump

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