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Das Vertrauen ist im freien Fall

Mitarbeiter des UN-Palästinenser-Hilfswerks kollaborierten mit den Hamas-Terroristen. Dagegen nur individuell vorzugehen, ist gewiss nicht genug.
Hilfslieferungen der UNRWA im Gazastreifen
Foto: IMAGO/Ismael Mohamad (www.imago-images.de) | Wenigstens zwölf UNRWA-Mitarbeiter sind offenbar in den Hamas-Terrorakt vom 7. Oktober verwickelt.

Die Vereinten Nationen stecken in einer dramatischen Vertrauenskrise. Teuer und durchsetzungsschwach zu sein, ist für die globale Institution, deren Hauptaufgabe die Sicherung des Weltfriedens ist, schlimm genug. Mit Terroristen zu sympathisieren, ja sogar zu kollaborieren, ist für das Vertrauen allerdings tödlich. Doch genau das war im Palästinenser-Hilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) der Fall: Wenigstens zwölf UNRWA-Mitarbeiter sind offenbar in den Hamas-Terrorakt vom 7. Oktober verwickelt.

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UN-Generalsekretär António Guterres weiß, dass nicht allein das Vertrauen in die UNRWA erschüttert ist, sondern in die Vereinten Nationen. Er drohte darum nicht bloß mit dienstrechtlichen, sondern mit strafrechtlichen Konsequenzen. Damit will er wohl auch hausintern ein Zeichen setzen. Doch der Schaden ist bereits entstanden: Mindestens zehn Staaten stellen ihre Zahlungen für das Palästinenser-Hilfswerk jetzt ein, darunter die USA, Großbritannien, Kanada, Japan, Deutschland und Österreich.

Rettungsanker für zwei Millionen

Jetzt plötzlich ist auch UNRWA-Chef Philippe Lazzarini alarmiert: Der humanitäre Einsatz seiner Organisation sei der „Rettungsanker“ für zwei Millionen Menschen in Gaza – und der drohe angesichts der Zahlungsausfälle zu kollabieren. Das ist richtig und dramatisch: Die humanitäre Lage der Menschen im Gazastreifen ist entsetzlich. Und sie wird von Tag zu Tag dramatischer. Schuld daran ist nicht allein, aber auch die Unfähigkeit der aufgeblähten UNRWA, die die Kontrolle über ihre vielen Tausend Mitarbeiter offenbar verloren hat.

1949 wurde das Hilfswerk gegründet, um den palästinensischen Flüchtlingen und Vertriebenen in der gesamten Region humanitär zu helfen. Dass die Lage der Palästinenser in den palästinensisch verwalteten Gebieten auch vor dem 7. Oktober 2023 desaströs war, und viel dramatischer als in den arabischen Nachbarländern, zeigt die Schwäche des UN-Hilfswerks. Dass es hier Terror-Kollaborateure gab, offenbart einen dringenden Reformbedarf. Statt nun Staaten zu kritisieren, die ihre Zahlungen einstellen, sollte die UNRWA-Führung jetzt rasch und konsequent das eigene Haus aufräumen. Das Vertrauen in das Palästinenser-Hilfswerk ist jedenfalls im freien Fall.

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Stephan Baier António Guterres UNO

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