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Corona: Kinder- und Jugendpsychiater schlagen Alarm

In Kinder- und Jugendpsychiatrien wächst der Anteil an schwerstdepressiven Patienten, die mit 11 oder 12 Jahren bereits mit Suizidphantasien zu kämpfen haben.
Corona-Impfung für Kinder
Foto: Jan Woitas (dpa-Zentralbild) | Berichte über heillos überlastete Kinder- und Jugendpsychiatrien in Bayern hatten im November für einige Aufmerksamkeit gesorgt Im Bild: Ein 7-jähriges Mädchens, nachdem es gegen das Covid19-Virus geimpft wurde.

Angststörungen und Depressionen unter Kindern und Jugendlichen sind nach bald zwei Jahren Corona in Deutschland so häufig wie noch nie. Schulschließungen, Mangel an sozialen Kontakten und eine dauerhaft angsterfüllte Atmosphäre hinterlassen langfristig ihre Spuren in den jungen Gemütern. Im Gespräch mit der „Tagespost“ erklärt Ekkehart Englert, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik in Erfurt: „Bundesweit gibt es eine wesentlich häufigere Inanspruchnahme sowohl von Kinder- und Jugendpsychotherapeuten und Psychiatern im ambulanten Bereich, als auch von Kliniken. Der Schweregrad der Störungen hat zugenommen; auch dies ist deutschlandweit durch wissenschaftliche Studien belegt.“

Familie als wichtiger Resilienzfaktor

Berichte über heillos überlastete Kinder- und Jugendpsychiatrien in Bayern hatten im November für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Ein starkes soziales Umfeld und insbesondere die Familie zählen laut Englert zu den wichtigsten Resilienzfaktoren. 

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Im November hat die Zeitschrift für Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie eine Statistik zu den vollstationären Bettenkapazitäten in Kinder- und Jugendpsychiatrien herausgegeben. Da die Krankenhausplanung in Deutschland Ländersache ist, gibt es hier große Differenzen. Was die Anzahl von kinder- und jugendpsychiatrischen Behandlungsbetten angeht, bildet Bayern mit 3,61 Betten pro 10.000 Einwohner das Schlusslicht, dicht gefolgt von Baden-Württemberg.

In Thüringen existieren fast dreimal so viele Betten, trotzdem sei auch hier die Auslastung in Krisenzeiten grenzwertig, so Englert. Die starken Unterschiede in den Behandlungskapazitäten liegen laut dem Chefarzt auch an den Strukturen: „In Bayern und Baden-Württemberg sind die Mehrzahl der kinder- und jugendpsychiatrischen Kliniken meist noch in Landeshand und werden oft Opfer von finanziellen Interessenskonflikten. In Thüringen herrscht dagegen höhere Trägervielfalt.“  DT/fha

Lesen Sie in der nächsten Ausgabe der Tagespost, was Eltern tun können, um ihren Nachwuchs gut durch die Krise zu bringen.

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