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COMECE-Präsident Hollerich: Nordirland-Konflikt noch nicht überwunden

Im Hinblick auf den bevorstehenden Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union drohe eine Wiederaufflammen des Nordirland-Konflikts, meint Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg.
Brexit - Nordirland
Foto: Brian Lawless (PA Wire) | Ein Schild der katholischen Sinn-Fein-Partei in Nordirland mit der englischen Aufschrift "Kein Sonderstatus, keine harte Grenze" steht am 08.12.2017 in Belfast (Großbritannien).

Der neue Präsident der Kommission der Bischofskonferenzen der Europäischen Gemeinschaft (COMECE), Luxemburgs Erzbischof Jean-Claude Hollerich, hält den Nordirlandkonflikt noch nicht für überwunden. Auch deshalb sei der Austritt Großbritanniens aus der EU "eine Katastrophe", sagte Hollerich am Wochenende der Zeitung "Luxemburger Wort". Zwar gewinne man schnell den Eindruck, das Problem existiere nicht mehr. "Aber wenn man Nordirland besucht, wenn man die Graffiti an den Häusern sieht, wenn man die Mauer sieht, wenn man die Hassparolen liest, dann merkt man, das ist ein Konflikt, der in jedem Moment wieder aufflammen kann", so Hollerich.

Der kürzlich zum COMECE-Präsidenten gewählte Erzbischof betonte, der Nordirland-Konflikt zwischen protestantischen Befürwortern der Union mit Großbritannien und irisch-nationalistischen Katholiken sei kein Konflikt zwischen den Kirchen. Presbyterianer, Anglikaner und Katholiken bildeten schon länger eine irische Kircheneinheit und engagierten sich teilweise gemeinsam. "Man hat es dort mit einer Geschichte des Leides und der Ausgrenzung zu tun, die Jahrhunderte alt ist."

Die COMECE werde die Situation in Nordirland im Blick behalten, sagte Hollerich. Er wolle sich dafür einsetzen, dass die Brexit-Verhandlungen "so geführt werden können, dass nicht neue Konflikte entstehen, dass das in Frieden verläuft und europäisches Recht gewahrt bleibt". Rein nationale Politik könne viel Unheil anrichten, unterstrich Hollerich.

DT/KAP

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