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China: Religionsgesetze werden strenger

In China kann von Religionsfreiheit nach wie vor keine Rede sein. Seit Xi Jinping an der Macht ist, hat sich die Lage verschärft. Es gibt neue, sehr restriktive Gesetze.
Xi Jinping und Mao Zedong
Foto: dpa | Zwei, die mit der kommunistischen Ideologie Christen das Leben schwer machen: Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping und Mao Zedong.

Im Open Doors-Weltverfolgungsindex 2017 belegt China unter den 50 größten Christenverfolgern zwar „nur“ Platz 39, dennoch berichten Gemeinden über Unterdrückungsmaßnahmen, wenn sie nicht der „offiziellen“ katholischen Staatskirche angehören, der sogenannten Patriotischen Vereinigung, oder einer der beiden staatlichen Organisationen auf protestantischer Seite: dem Christenrat bzw. der sogenannten Drei-Selbst-Bewegung. Zwar herrscht in China für fünf Religionen bzw. Konfessionen - Islam, Buddhismus, Taoismus, Katholizismus, Protestantismus - Glaubensfreiheit. Was aber Glaube bedeutet, kontrolliert und steuert der Staat, genauer: die Kommunistische Partei.

Seit Xi Jinping an der Macht ist, hat sich die Lage verschärft. Es gibt neue, sehr restriktive Gesetze, die allerdings nicht nur die Religionsgemeinschaften betreffen, sondern die gesamte Zivilgesellschaft. Allerdings: In China wird nicht alles, was in den Regularien steht, auch tatsächlich umgesetzt. Bei einem Besuch vor Ort stellte KNA-Autorin Stefanie Ball jedoch fest, dass es immer schwieriger wird, in China als romtreuer Katholik zu leben. Sie berichtet von Kindern, die nicht zum Gottesdienst dürfen; von Priesteranwärtern, die tageweise in Gewahrsam genommen werden; von Parteikadern in armen Regionen, die den Menschen mitteilen, dass nicht Jesus, sondern Xi sie aus der Armut befreien wird, woraufhin die Bauern ihre Jesusbilder und Kreuze von den Wänden nehmen und ein Porträt des Präsidenten aufhängen. Oder von der Deutschen Kantorei in Peking, die nicht mehr außerhalb des Botschaftsgebäudes singen darf, wo sonntags deutschsprachige evangelische und katholische Gottesdienste stattfinden. Vor zwei Jahren war das noch problemlos möglich.

KNA-Stefanie Ball / jbj

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