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Blasphemievorwürfe: Pakistan diskriminiert weiter

Witwe verliert Job wegen falscher Blasphemie-Anklage. Sie soll mehrere Seiten des Korans geschändet haben.
Pakistanische Christen demonstrieren in London
Foto: IMAGO/Tayfun Salci (www.imago-images.de) | Im mehrheitlich muslimischen Pakistan führen haltlose Blasphemievorwürfe häufig zu Mobs und Gewalt. Internationale sowie pakistanische Menschenrechtsgruppen heben hervor, dass Blasphemievorwürfe oft benutzt würden, ...

Der Freispruch nach einer falschen Anklage wegen Blasphemie hat eine christliche Witwe in Pakistan nicht davor bewahrt, unter Drohungen von ihrem Arbeitsplatz und aus ihrem Dorf vertrieben zu werden. Wie die britische Zeitung „Morning Star News“ jetzt berichtete, wurde Musarrat Bibi am 8. Dezember 2023 zusammen mit dem muslimischen Gärtner Muhammad Sarmad freigesprochen, nachdem die beiden beschuldigt worden waren, am 15. April desselben Jahres mehrere Seiten des Korans geschändet zu haben, während sie einen Lagerraum in der „Government Girls Higher Secondary School“ im Arifwala in der Provinz Punjab reinigten.

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Bibi war in dieser Schule als Büroangestellte tätig. Sie wurde suspendiert, nachdem sie in Polizeigewahrsam genommen worden war. Nach fast einem Monat wurde sie wegen dieses angeblichen Vergehens gegen Kaution freigelassen – doch die Schulverwaltung weigerte sich, ihr den Job wieder zu geben.

Muslimische Lehrerin hegte Groll gegen Witwe

Sie hatte den Regierungsjob anstelle ihres verstorbenen Mannes Barkat Masih bekommen, der Lehrer war, sagt die Mutter von zwei verheirateten Töchtern. „Alles lief gut, bis ich in diesen Fake-Fall verwickelt wurde.“ Laut Bibi hegte die muslimische Lehrerin Muneera einen Groll gegen sie, nachdem sie sich einige Tage zuvor geweigert hatte, eine Toilette zu putzen. Am Tag des Vorfalls sei sie plötzlich von der Schulleiterin gerufen worden. „Das Büro war voller emotional aufgeladener Mitarbeiter. Sobald mich die Schulleiterin sah, schrie sie, dass ich ihre religiösen Gefühle verletzt hätte, indem ich Koranseiten verbrannt hätte.“ 

Der Beschwerdeführer in dem Fall, Kashif Nadeem, ist ein Cousin von Muneera. Er sei derjenige gewesen, der die Menge angestachelt und sie als Hauptverdächtige benannt hatte. Ihr Anwalt, Lazar Allah Rakha, sagte dem Bericht zufolge, Richter Tariq Mahmood habe die Witwe von der Anklage nach Abschnitt 295-B des pakistanischen Blasphemiegesetzes freigesprochen, der eine obligatorische lebenslange Haftstrafe vorsieht. „Der Richter habe auch auf die Lücken in den polizeilichen Ermittlungen hingewiesen und festgestellt, dass es keinen privaten Zeugen gegen das Duo gegeben und der Schulrat auch zugegeben hatte, dass die mutmaßliche Tat nicht vorsätzlich war“, sagte Allah Rakha.

Häufig Mobs und Gewalt

Im mehrheitlich muslimischen Pakistan führen haltlose Blasphemievorwürfe häufig zu Mobs und Gewalt. Internationale sowie pakistanische Menschenrechtsgruppen heben hervor, dass Blasphemievorwürfe oft benutzt würden, um religiöse Minderheiten einzuschüchtern und persönliche Rechnungen zu begleichen. Mehr als 2.000 Menschen wurden seit 1987 der Blasphemie beschuldigt und mindestens 88 Menschen wurden nach ähnlichen Vorwürfen von Mobs getötet, erklärte das „Centre for Social Justice“, eine unabhängige Menschenrechts-Gruppe mit Sitz in Lahore.  DT/chp

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