Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berlin

Antrag auf Einführung eines Internationalen Tages gegen Christenverfolgung im Bundestag beraten

Kritik an antiislamischer Fokussierung. Auch Angehörige anderer Religionen leiden unter Diskriminierung. Der Antrag geht nun an den Ausschuss für Menschenrechte.
Christenverfolgung
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Christenverfolgung ist nicht nur ein Thema der Antike. Es ist heute so aktuell wie damals. Im Bild: Statue der heiligen Cäcila.

 Die AfD-Fraktion hat sich für die Einführung eines internationalen Tags gegen die Christenverfolgung ausgesprochen. Über den vom menschenrechtspolitischen Sprecher der AfD-Fraktion, Jürgen Braun, eingebrachten Antrag beriet der Deutsche Bundestag am Freitag erstmalig. Darin verlangt die Fraktion von der Bundesregierung, die „weltweite, menschenrechtswidrige Christenverfolgung als brennendes Problem konsequent zu benennen und zu ächten“.  

Lesen Sie auch:
Lesen Sie auch:

Antiliberale Tendenzen

Die ausschließliche Fokussierung auf die Verfolgung von Christen durch Islamisten stieß dabei beim SPD-Abgebordneten Falko Droßmann wie auch beim kirchenpolitischen Sprecher der Unionsparteien, Thomas Rachel, auf Kritik. Auch die CDU-Abgeordnete Monika Grütters verurteilte antiislamische wie antiliberale Tendenzen dieses Antrags. Rachel betonte, als kirchenpolitischer Sprecher setze er sich für alle diskriminierten und verfolgten religiösen Minderheiten ein.

Auch andere Betroffen

„Christen sind von der Verletzung der Religionsfreiheit weltweit besonders betroffen. Aber auch Angehörige anderer Religionen und Weltanschauungen leiden unter Diskriminierung und Verfolgung“, sagte Rachel, in der Union seit 2003 Bundesvorsitzender des Evangelischen Arbeitskreises der CDU/CSU (EAK): „Menschen, die an Diskriminierung und Verfolgung aus religiösen Gründen leiden, benötigen unsere aufrichtige Solidarität sowie tatkräftige Unterstützung und eben keine rechtspopulistische Instrumentalisierung. Ebenso gilt zu beachten, dass es bereits mehrere Gedenktage für verfolgte Christinnen und Christen gibt. Hierzu zählt beispielsweise in der Katholischen Kirche der 26. Dezember, in der Evangelischen Kirche der zweite Passionssonntag ,Reminiszere`“.  Der Antrag der AfD wurde zur federführenden Beratung an den Ausschuss für Menschenrechte überwiesen. DT/chp

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Alternative für Deutschland Christenverfolgung Deutscher Bundestag Evangelische Kirche Religionen Thomas Rachel

Weitere Artikel

Gefährliches Spiel: Mit einem Antrag, der vorgibt, Pro Familia Fördergelder entziehen zu wollen, sollen Lebensrechtler umarmt und der Union Stammwähler entzogen werden.
11.07.2026, 14 Uhr
Stefan Rehder
Am RedWednesday erstrahlen überall auf der Welt prominente Gebäude. Um auf das Schicksal der Verfolgten aufmerksam zu machen. Wie sehen die christlichen Hilfwerke die Lage?
16.11.2025, 09 Uhr
Thomas Müller Sebastian Sasse

Kirche

Einer Wallfahrt von Freunden der Alten Messe wird der Zugang in den Petersdom verwehrt. Nun tobt eine Schlacht um die Deutung der Ereignisse.
28.10.2026, 14 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die Pieper-Stiftung schlägt vor, über den US-Bischof Robert Barron und seine Theologie zu debattieren. Der nimmt es mit spöttischem Humor.
27.10.2026, 16 Uhr
Sebastian Ostritsch
Das Reiseprogramm bleibt, wie ursprünglich geplant, bestätigte der Vatikan: Papst besucht Mitte November Südamerika. Knapp einen Monat nach seiner Lungen-OP.
27.10.2026, 09 Uhr
Meldung
Christus verkünden statt auf die Straße mit Gebrüll: Frankreichs Bischöfe ermutigen die Jugend, gerade jetzt in der Heiligkeit zu wachsen. Die Unruhen zeugten von Sinnsuche.
26.10.2026, 14 Uhr
José García
Proteste in Frankreich, verfolgte Lebensschützer in England: Und trotz allem gibt es für Christen immer Grund zur Hoffnung. Das meinen auch Frankreichs Bischöfe.
26.10.2026, 11 Uhr
Elisabeth Hüffer