Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung USA

Angriffe auf Anti-Abtreibungsstellen: Mutmaßliche Täter angeklagt

Zwei Männer sollen Mitarbeitern von amerikanischen Pro-life-Zentren Gewalt angedroht und Gegenstände in den Beratungsstellen zerstört haben.
Schwangerschafts-Beratungszentrum in der New Yorker Bronx
Foto: imago stock&people (imago stock&people) | Schwangerschafts-Beratungszentrum in der New Yorker Bronx.

Das US-Justizministerium hat Anklage gegen zwei Männer erhoben, die vergangenes Jahr drei Krisenschwangerschaftszentren im Bundesstaat Florida verwüstet haben sollen. Die beiden Jungen Männern, 23 und 27 Jahre alt, werden beschuldigt, gegen den sogenannten "FACE-Act" verstoßen zu haben.

„Recht auf lebenswichtige Reproduktionsdienste"

Dieses Gesetz, das den freien Zugang zu Kliniken regelt (Freedom of Access to Clinic Entrances), soll sowohl Abtreibungskliniken als auch Anti-Abtreibungsorganisationen vor gewalttätigen Übergriffen schützen. Die Angeklagten hatten den Mitarbeitern der Pro-life-Zentren Gewalt angedroht und Gegenstände in den Beratungsstellen zerstört. Das Strafmaß für eine Verurteilung in den Anklagepunkten könnte eine mehrjährige Haftstrafe sein.

Lesen Sie auch:

Erst zu Beginn der Woche hatte ein New Yorker Gericht einen 52-jährigen Priester für schuldig befunden, im Juli eine Abtreibungsklinik der Organisation "Planned Parenthood" in Hempstead nahe New York blockiert zu haben. Er habeFrauen daran gehindert, „ihr Recht auf lebenswichtige Reproduktions- und Schwangerschaftsdienste in Anspruch zu nehmen“, hieß es im Anklageschreiben.

Initiativen der republikanischen Abgeordneten

Das seit Januar von den Republikanern geführte US-Repräsentantenhaus verabschiedete jüngst eine Resolution, mit der Angriffe auf Anti-Abtreibungseinrichtungen, einschließlich Krisenschwangerschaftszentren, verurteilt werden. In einem weiteren Gesetz forderten sie, dass neue Strafen verhängt werden sollten, wenn ein Arzt sich weigere, sich um ein Kind zu kümmern, das nach einem Abtreibungsversuch lebend geboren wurde. Für keines dieser Gesetze ist wahrscheinlich, dass es im Senat bestehen wird, da dieser von den Demokraten kontrolliert wird.

Zwischen Januar und September 2022 gab es 22 Angriffe auf Kirchen und 56 Angriffe auf Schwangerschaftszentren, wie aus einem Tracker der  "Catholic News Agency" (CNA) hervorgeht. In all diesen Fällen sollen die Hinweise zur Täterschaft auf Abtreibungsbefürworter deuten. Die Tabelle wurde zuletzt im September aktualisiert. DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Meldung Catholic News Agency (CNA) Lebensschutz

Weitere Artikel

Ein Gesetz des Bundesstaates Washington sollte katholische Priester zur Offenlegung in der Beichte enthüllter Missbrauchsfälle verpflichten. Ein Gericht stoppte das Vorhaben.
22.07.2025, 14 Uhr
José García
Das Diktum, den Nächsten wie sich selbst zu lieben, werde oft missverstanden, meint der Republikaner. Zementiert er Differenzen zwischen dem Vatikan und Washington in Sachen Migration?
09.02.2026, 19 Uhr
Maximilian Lutz

Kirche

Der neue Eichstätter Bischof äußert sich zurückhaltend zum Pflichtzölibat, und wehrt sich gegen Flügelkämpfe. Sein Abstimmen beim Synodalen Weg dürfte für Diskussionen sorgen.
13.07.2026, 15 Uhr
Dorothea Schmidt
Die Kölner Hochschule für Katholische Theologie (KHKT) braucht eine neue Leitung. Was deren Gegner mit unverhohlener Sensationslust hochkochen, ist in Wirklichkeit alles andere als überraschend.
13.07.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Gefährliches Spiel: Mit einem Antrag, der vorgibt, Pro Familia Fördergelder entziehen zu wollen, sollen Lebensrechtler umarmt und der Union Stammwähler entzogen werden.
11.07.2026, 14 Uhr
Stefan Rehder
Christen können nicht immer Hochleistungen erbringen. Sie müssen auch entspannen, zum Beispiel mit Büchern eines Schriftstellers, den schon Papst Leo XIII. schätzte.
14.07.2026, 07 Uhr
Max Maletzki