Diskriminierung von Christen nimmt auch in Europa zu

Der österreichische Historiker und Menschenrechtsaktivist Martin Kugler berichtet im Gespräch mit der „Tagespost“ über zunehmende Einschränkungen in Gewissens-, Meinungs- und Religionsfreiheit, mit denen Christen auch in Europa zu kämpfen hätten. Politik und Medien sieht er in der Pflicht dem besorgniserregenden Trend entgegenzuwirken.

Christen sind weltweit benachteiligt
Christen sind weltweit, aber auch in Europa, einer immer stärkeren Benachteiligung ausgesetzt.

Christen sind weltweit, aber auch in Europa, einer immer stärkeren Benachteiligung ausgesetzt. Darüber berichtet der österreichische Historiker und Menschenrechtsaktivist Martin Kugler im Gespräch mit der „Tagespost“. Dabei müsse man zwei Dimensionen unterscheiden: „Auf der einen Seite die soziale, mit unterschiedlichen Graden von persönlicher Ausgrenzung im Umfeld. Daneben gibt es aber auch rechtliche Einschränkungen der Gewissensfreiheit, der Meinungsfreiheit oder der Religionsfreiheit, die als Diskriminierung zu erkennen sind.“ Eine Folge von solchen Unterdrückungsmechanismen sei, dass sich Christen oft ins Private zurückzögen. „Oft werden sie durch säkularistische Lobbygruppen ins Abseits gedrängt. Teilweise geschieht der Rückzug aber auch freiwillig“, so Kugler. Dies führe dazu, dass Christen es aufgäben, aus ihrer christlichen Verantwortung heraus die Zivilgesellschaft mitzugestalten.

Martin Kugler ist der Vorsitzende der Beobachtungsstelle „Observatory on Intolerance and Discrimination against Christians in Europe“. Jährlich veröffentlicht die Organisation einen Bericht, der auf die zunehmend schwierige Situation für Christen hinweist. Besonders tragisch ist für Kugler die Tatsache, dass viele christliche Flüchtlinge, die wegen religiöser Verfolgung ihre Heimat verlassen haben, in Europa erneut Opfer von Bedrohung oder Diskriminierung würden. Die Hauptursache dafür sieht der Historiker in einem zunehmenden Säkularismus in einer radikalen Erscheinungsform. Dabei gehe es nicht um mehr Pluralismus oder die Trennung von Kirche und Staat. „Dahinter steht vielmehr eine Ideologie, die alles Religiöse aus dem öffentlichen Diskurs verbannen will.“

Um diesen Entwicklungen entgegenzuwirken, sieht Kugler Medien und Politiker in der Pflicht. Jedoch fehle es vielen Journalisten heute an elementarem Wissen in Glaubensfragen und bei der ethischen Bewertung von Sachverhalten. Die Politik müsse zur Kenntnis nehmen, dass Christen nicht mehr in der Mehrheitssituation seien, wie dies beispielsweise noch im 18. Jahrhundert der Fall war. „Aus diesem Wissen heraus sollte sie darauf schauen, dass Christen durchaus ein Recht auf Schutz zukommt, wie es andere Religionen genießen.“ Niemand dürfe in seinen Rechten eingeschränkt werden, weil er bestimmte Werte und Glaubensüberzeugungen hat.

Der Bericht zur Bedrohungslage von Christen mit umfassender Suchfunktion ist einzusehen auf folgender Webseite: www.intoleranceAgainstChristians.eu.
Das ausführliche Interview sowie einen Hintergrundbericht zur Bedrohung und Diskriminierung von Christen lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 24. Mai.
DT